Zittauer Theaterfreunde zum Theatergutachten

Liebe Theaterfreunde,

sicher sind die Nachrichten über das Gutachten zur Theaterlandschaft in der Oberlausitz auch zu Euch /Ihnen vorgedrungen. Der Bericht von Sebastian Beutler in der Sächsischen Zeitung vom 21. April 2021 über das Sparkonzept der Münchener Beratungsfirma actori ist ja wie eine Bombe eingeschlagen. Seither vergeht kein Tag, an dem nicht in der SZ und anderswo über die Ablehnung der Ideen und des Vorgehens des Landrates berichtet wird.

Wir „Freunde des Zittauer Theaters e.V.“  sind von dem Vorgang, der einem Kahlschlag der Theaterszene des Landkreises Görlitz nahekommt, ebenfalls sehr überrascht und zutiefst verunsichert. Hier an dieser Stelle möchte ich meine Meinung dazu äußern.

Zuerst muss man sagen, dem Verein liegt das Gutachten von actori nicht vor und wir sind nur auf die Informationen aus der Presse angewiesen. Ein detailliertes Hinterfragen der vorgesehenen Einsparpotenziale und der Überlegungen für die Vorschläge ist uns daher nicht möglich. Die vorgestellten Ideen für die Fusion der Neuen Lausitzer Philharmonie mit dem Orchester des Sorbischen Nationalensembles, die vollständige Auflösung des Görlitzer Musiktheaters und des Balletts, die Zusammenlegung der Schauspielsparten von Bautzen und Zittau und die Ansiedlung der Intendanz in Bautzen wirken auf uns Theaterfreunde genauso verstörend wie auf die Betroffenen.

Der Sturm der Entrüstung, der das zunächst geheim gehaltene Gutachten in den Gremien des Landkreises und der Stadt Görlitz, beim Görlitzer Theater- und Musikverein, beim Stiftungsrat der Niederschlesischen Theaterstiftung, der Sächsischen Orchesterkonferenz u. v. a. ausgelöst hat, zeigt, dass das Gerhart-Hauptmann-Theater nicht so einfach stillschweigend „beschnitten“ werden kann. Das Zittauer Haus stand schon mehrfach vor einer solchen Situation und wurde – auch mit Hilfe der Öffentlichkeit und der Theaterfreunde – gerettet. Und wenn es auch „Federn lassen“ musste, besteht es als Produktionsstätte des Schauspielensembles weiter.

Dieses Mal ist es aber anders, das gesamte Haus steht zur Debatte, die vorgeschlagenen Einschnitte sind gravierend. Das künstlerische Angebot mit Oper, Operette, Musical, kleiner Form, Konzert, Jungem Konzert, Weihnachtskonzert wäre nicht mehr vergleichbar aufrecht zu erhalten. Auch für das Zittauer Publikum, das – neben dem Schauspiel – vor allem die Philharmonischen Konzerte, Unterhaltungskonzerte und Operetten liebt, wäre es ein erheblicher Verlust. Man stelle sich nur mal vor, wie das in Görlitz entwickelte wunderbare Konzept des Weihnachtskonzerts ohne Theaterchor und Solisten funktionieren soll. Auch das Ballett hat im Musiktheater eine Funktion und als Company hat es mit seinem eigenen Stil ein v.a. junges Publikum in Görlitz und dem Umland gewonnen.  

Womöglich gibt es auch Verfechter der Idee, Musiktheater-Inszenierungen einzukaufen und nur Konzerte und Schauspiel zu produzieren. Aber für das Publikum und das kulturelle Leben in Zittau, Görlitz und auch Bautzen wäre es ein starker Verlust. Es besteht eine enge Bindung mit den Ensembles und für das Wirken eines Theaters in der Region, ist eine Produktion vor Ort unerlässlich.

Wie das Orchester mit dem Sorbischen Nationalensemble zusammen gehen soll, ist schleierhaft, denn dieses hat auch ein Tanzensemble und gastiert häufig im Ausland. Ein philharmonisches Konzert ist auch etwas anderes als die Pflege der sorbischen Nationalkultur. Die Neue Lausitzer Philharmonie hat sich in den letzten Jahren hervorragend entwickelt und kann sowohl als Konzertorchester sowie als klassisches Musiktheaterorchester bestehen. Das sollte nicht gefährdet werden.

Nun noch zum Schauspiel. Man könnte meinen, das sei am wenigsten betroffen. Die Idee für eine Koexistenz von zwei Ensembles in Zittau und Bautzen mit zentraler Intendanz in Bautzen ist aus meiner Sicht unpraktikabel und lässt befürchten, dass nach kurzer Zeit das Zittauer Haus nur noch Spielstätte wäre.

Zudem dürften die Unterschiede in der Eigentümerstruktur und der Finanzierung der beiden Theater (GHT und Deutsch-Sorbisches Volkstheater) sowie die Rolle der Stiftung für das Sorbische Volk die vorgeschlagenen Fusionen erschweren.

Nun bin ich an der Stelle, wo ich feststellen muss: So wie es das Gutachten vorschlägt, scheint es nicht zu gehen! Zugleich ist mir bewusst, dass – wie so oft – eine Ablehnung eines Konzepts noch keine Lösung der Probleme ist. Und diese gibt es zweifelsohne. Der Landrat hat Recht, die Finanzierung der Theater ist nur noch bis Ende 2022 gesichert. Die Kulturraumfinanzierung ist nicht unabänderlich mit wachsenden Summen für die Institutionen, v.a. die Theater festgeschrieben, der Kulturpakt mit dem Freistaat Sachsen läuft nur noch 20 Monate! Was danach kommt ist ungewiss.  Es ist seine Aufgabe, nach Lösungen zu suchen und auch manches auf den Prüfstand zu stellen. Der jetzige Vorgang aber zeigt: Eine Suche nach Lösungen kann es nur mit Einbeziehung der Öffentlichkeit und der Akteure selbst geben. Ziel muss es sein, die vielfältige und hochwertige Kultur-, Theater- und Konzertlandschaft zu erhalten, die besonders auch den Freistaat Sachsen kennzeichnet. Gerade die abgelegene und im Strukturwandel befindliche Region der Lausitz darf nicht weiter „abgehängt“ werden und „Leuchttürme“ sollte es nicht nur in Dresden, Leipzig oder Chemnitz geben!  In dieser Situation des Wandels ist eine vielfältige, in der Region verwurzelte Kultur- und Theaterlandschaft ein wesentlicher Standortfaktor und geeignet, die Menschen hier zu halten und neue anzuziehen.  

Dass in Zukunft auch neue Wege beschritten werden sollten und vielleicht nicht alle Strukturen unveränderlich sind, lässt sich vermuten. Es gibt Handlungs- und Planungsbedarf, um die Theater in eine sichere Zukunft zu führen und ein qualitativ hochwertiges Angebot an Kulturveranstaltungen für alle Bevölkerungsschichten und v.a. für die Jugend zu gewährleisten. In der Verpflichtung für den finanziellen Rahmen sehe ich neben dem Landkreis, die Kommunen – auch diejenigen, die nicht Sitzgemeinde sind. Sie alle profitieren von den Kulturangeboten der Theater. Der Freistaat Sachsen muss seine Verantwortung wahrnehmen und weiterhin zur Finanzierung der Theater, aber auch zur besseren Ausstattung der Kommunen beitragen, damit sie ihre vielfältigen Aufgaben wahrnehmen können. Der Bund ist mit seinem aktuellen Konzept zur Schaffung gleichwertiger Lebensverhältnisse in Stadt und Land hier ebenfalls gefragt. Angesichts der wachsenden Verschuldung infolge der Corona-Pandemie wird es umso wichtiger, die Wirtschaft zu stärken und für Steuereinnahmen zu sorgen.

Mit Sicherheit gibt es auch Reserven und Ideen an den Theatern, die es zu erschließen gilt.  Dazu kann vielleicht weniger die Fusion zu einem Oberlausitzer Theater, aber eine enge und vielfältige Kooperation im gesamten Kulturraum und mit den Partnern aus den Nachbarländern beitragen. Der neue Generalintendant des GHT Dr. Morgenroth tritt demnächst sein Amt mit neuem Schwung und eigenen Vorstellungen in Görlitz und Zittau an. Die Zittauer Theaterfreunde wünschen ihm und dem Team einen guten Start und Erfolg. Wir stehen in dieser schwierigen Zeit fest zu unserem Gerhart-Hauptmann-Theater und werden nach unseren Kräften Unterstützung leisten.

Prof. Dr. Bärbel Fliegel
Vorsitzende „Freunde des Zittauer Theaters e.V.“

Zum 80. Geburtstag

Sehr geehrter Herr Kloß, lieber Theaterfreund,

Ihren heutigen Ehrentag möchten wir Freunde des Zittauer Theaters zum Anlass nehmen, Ihnen herzliche Glückwünsche auszusprechen und dies mit einem besonderen Dank zu verbinden.  

Viele Jahre Ihres Lebens haben Sie sich für die Stadt, für den Sport und auch für das Zittauer Theater eingesetzt. Dass es heute noch besteht, ist auch Ihnen zu verdanken. Fast 30 Jahre sind Sie in der Gemeinschaft der Theaterfreunde aktiv. Viele Ihrer Ideen und Anstöße konnten durch den Verein umgesetzt und unser Theater wirksam unterstützt werden. Auch die Existenz der Bürgerstiftung für das Theater ist auf Ihren Einsatz zurück zu führen. Wir hoffen, dass dort – auch in Gemeinsamkeit mit uns – in den kommenden schwierigen Zeiten noch viel für das Theater und das Kulturleben der Stadt getan werden kann. Die jetzige lange Schließung der Kulturstätten wegen der Corona-Pandemie gibt schon einen Eindruck davon, wie sich die Gesellschaft wandelt, die so eine wichtige Komponente ihrer Verfasstheit verliert. Dem müssen wir entgegenwirken.

Für Ihr langjähriges Engagement danken wir Ihnen heute sehr herzlich. Wir wünschen Ihnen Kraft und Zuversicht für alle Ihre Vorhaben im gesellschaftlichen und im privaten Leben. Vor allem, bleiben Sie gesund! Die Pandemie verlangt uns allen immer noch sehr viel ab. So bleibt nur zu hoffen, dass man sich demnächst auch wieder im Theater und bei Kulturveranstaltungen begegnen kann.  

Herzliche Grüße

Prof. Dr. Bärbel Fliegel
Vorsitzende der Freunde des Zittauer Theaters e.V.

Zum WELTTHEATERTAG am 27. März 2021

Im letzten Jahr stand in unserem Gruß zum Welttheatertag die Feststellung, dass wegen der Corona-Pandemie nichts wie sonst war. Man konnte den Tag nicht wie üblich begehen, die geplante Vorstellung fiel aus. Damals ahnten wir nicht, dass es ein Jahr später immer noch so ist und die Theaterwelt – wie die gesamte Gesellschaft – aus den Fugen gerät. Die Theater und Kulturstätten sind wieder und schon lange geschlossen, das öffentliche Leben steht still bzw. ist aus der Bahn geworfen. Die Auswirkungen des Virus auf die Gesundheit des Einzelnen, auf die Wirtschaft, die Kulturlandschaft und das gesellschaftliche Zusammenleben sind nun viel deutlicher zu spüren. Das gibt Anlass genug, den seit 1961 international begangenen Feier- und Aktionstag noch stärker zum Nachdenken über die Wirkung und die Zukunft der Theaterkunst zu nutzen. Sicher wird es Wortmeldungen und Aktionen in aller Welt geben.  

Wir „Freunde des Zittauer Theaters“ versichern aus Anlass des Welttheatertages den Künstlern und Mitarbeitern des Zittauer Hauses wie des gesamten Gerhart- Hauptmann-Theaters unsere Unterstützung für den Erhalt des Theaters und die baldige Fortführung der wichtigen kulturellen Arbeit.

Wir vermissen das Theater und sehen die Folgen des kulturellen Leerlaufs mit Sorge. Mögen sich die Vorhänge bald wieder öffnen!

Prof. Dr. Bärbel Fliegel
Im Namen des Vorstands

Petition „Kultur ins Grundgesetz“

Im November 2020 – mitten in der Phase der zweiten Schließungen der Kulturstätten aufgrund der Corona-Pandemie – gab eine Gruppe Kulturschaffender und Kulturförderer den Impuls für eine Initiative „Kultur ins Grundgesetz“. Seit 14. Dezember noch bis zum 13. Juni 2021 läuft dazu eine Petition, die man online unterschreiben kann. Die Möglichkeit dazu sowie viele Informationen über die Ziele, die Forderungen, die Initiatoren, die Erstunterzeichner und viele Stellungnahmen zur Initiative findet man auf der Web-Seite www.kulturinsgrundgesetz.de . Mitte Januar waren bereits 20000 Unterstützer dabei.

Liebe Theaterfreunde, gerade in der jetzigen Zeit besteht die reale Gefahr, dass die Kultur und Kunst in allen ihren Facetten irreparable Schäden erleiden und ihre wichtige gesellschaftliche Wirkung verlieren. Die Petition fordert, den Schutz von Kunst und Kultur im Grundgesetz zu verankern sowie die unbeschränkte Teilhabe der Bürgerinnen und Bürger am kulturellen Leben und der kulturellen Bildung als Grundrecht aufzunehmen. Außerdem geht es um die Schaffung von Sicherungssystemen für die Kulturschaffenden. Dies kann nun durch breite Kreise der Gesellschaft diskutiert und in freier Entscheidung unterstützt werden. Sagen Sie es weiter!

Buch erschienen: Vorhang auf – Episoden aus über 200 Jahren Zittauer Theatergeschichte

Buch „Vorhang auf“

Erinnern Sie sich noch an Christine Gabsch? Seit siebeneinhalb Jahren spielt die gebürtige Dresdnerin am Chemnitzer Schauspielhaus, zuvor war sie 43 Jahre fest am Gerhart-Hauptmann-Theater Zittau engagiert. Ein Rekord für die Ewigkeit – kein Schauspieler und keine Schauspielerin stand zuvor oder danach länger auf der hiesigen Bühne. Andere Darsteller würden nach 43 Jahren Festengagement vielleicht in den wohlverdienten Ruhestand gehen, Christine Gabsch wollte nach dieser langen Zeit noch mal woanders neu anfangen. In diesem Jahr wird die Schauspielerin ihr 60-jähriges Bühnenjubiläum feiern. Diese und weitere interessante Infos kann man im neuen Theaterbuch „Vorhang auf! – Episoden aus über 200 Jahren Zittauer Theatergeschichte“ nachlesen. Neben den Porträts von rund 250 Schauspielern, die längere Zeit oder auch nur kurz in Zittau engagiert waren, gibt das Werk einen umfangreichen Überblick über die Geschichte. Herausragende Ereignisse wie beispielsweise der Theaterbrand 1932, der Neubau 1936, die erste Fusion mit Görlitz 1963 und deren Folgen oder das ABM-Theater nach der Wende werden näher beleuchtet. Ergänzt werden Historie und Schauspielerporträts durch lesenswerte Episoden und Geschichtchen aus den vergangenen Jahrzehnten. Wussten Sie zum Beispiel, dass das Zittauer Theater mal ein eigenes Kinderballett hatte. Die Oderwitzerin Lore Schöbel berichtet davon, sie selbst hatte in den 1930er und 1940er Jahren selbst noch in dem Kinderballett mitgewirkt. Helmut Neumann erinnert sich seinerseits an seinen ersten Theaterbesuch kurz nach dem Kriegsende. Und das Schauspieler nicht nur auf der Bühne stehen, sondern auch besondere Freizeitinteressen haben, verrät der Text „Künstler und ihre Hobbys“. Peter Biele, der in den 1960er Jahren Schauspieler am GHT war, reiste gern in andere Länder und erlebte dabei auch Ungewöhnliches.  

Das 360 Seiten dicke Buch kann über den Verein „Freunde des Zittauer Theaters“ für den Preis von 20 Euro erworben werden. Mitglieder des Vereins erhalten das Theaterbuch zum Vorzugspreis von 18 Euro. Dieser Sonderpreis ist übrigens nicht nur auf ein Exemplar beschränkt. Schon jetzt können Sie sich auf Lesungen in Zittau und Umgebung freuen, die der Verein für die Zeit nach dem Corona-Lockdown vorbereitet.

Interesse: Dann mailen Sie an theaterfreunde-zittau@gmx.de

Theaterschließung – und kein Ende in Sicht

Liebe Theaterfreunde,
seit fast 4 Monaten ist unser Gerhart-Hauptmann-Theater – wie die anderen Kulturstätten auch – nun schon geschlossen. Die anfängliche Hoffnung, noch vor oder zu Weihnachten wieder in den Genuss der Kultur zu kommen, hat sich schnell zerschlagen. Nun ist bald Ostern in Sicht, aber keine Aussicht auf eine Normalisierung unseres Lebens und auf eine Wiederkehr der kulturellen Komponenten zeichnet sich ab. Es ist schon frustrierend, wie das – nun auch noch mutierende – Virus unser Leben verändert und welche Opfer – auch Todesopfer – es fordert. Angesichts des Leids scheint es müßig, über die Wiederbelebung des kulturellen Lebens nachzudenken. Sicher steht es auch bei vielen nicht an erster Stelle der gewünschten Öffnungen aus dem Lockdown.
Jedoch macht mich die sich immer mehr abzeichnende Kulturlosigkeit im gesellschaftlichen Leben, im Umgang miteinander, die Vereinzelung und Vereinsamung der Menschen betroffen. Es gibt derzeit keinen Ersatz für die belebenden Anregungen, welche die Kultur in unser Leben bringt. Es bleibt nur die Hoffnung, dass der erzwungene Verzicht das Bedürfnis nach Auseinandersetzung mit kulturellen Angeboten und nach eigener Betätigung nicht gänzlich zum Erliegen bringt. Seit dem Kriegsende gab es noch nie so eine lange Schließzeit des Theaters. Damals wurde eine schnelle Wiedereröffnung forciert und von den Menschen dankbar angenommen. Wird es wieder so sein?
Die Mitarbeiter des GHT sind in Kurzarbeit, die Gesichter des Zittauer Ensembles schauen uns teils ernst und teils hoffnungsfroh von den Litfaßsäulen der Stadt an. Die Schauspieler und auch die Musiker bekommen zwar etwas Zeit zum Üben und zum Erhalt der Fähigkeiten – aber alles allein und in Einsamkeit. Gewiss werden von der Leitung des Hauses für den Rest der Spielzeit Pläne geschmiedet und Szenarien entwickelt. Aber angesichts der fehlenden Perspektiven dringt nichts nach außen.
Realistisch ist wohl nur, dass es ein an die Situation angepasstes Sommertheater geben könnte.
Wir Theaterfreunde sind als Verein auch in einer langen Winterpause gefangen und hoffen nun auf eine Belebung bei stabil sinkenden Infektionszahlen im Frühjahr. Ein Projekt des Jubiläumsjahres wird in diesen Tagen – nach Verzögerung – nun positiv abgeschlossen. Wir berichten hier davon.

Bis dahin bleiben Sie gesund!
Prof. Dr. Bärbel Fliegel
Vorsitzende

Weihnachtsgruß 2020

Liebe Theaterfreunde,

dies können kein üblicher Jahresrückblick und Gruß des Vorstands zum Weihnachtsfest für unsere Mitglieder sein. Was war und ist 2020 für ein schwieriges Jahr für uns alle und auch für das Theater! Und wie geht es nun zu Ende! Von März bis zum Sommer gab es keine Vorstellungen am GHT, dann kam es mit Lesungen im Juni / Juli als zartes Pflänzchen wieder zurück. Im September und Oktober gab es mit einem guten Hygienekonzept einen schönen hoffnungsvollen Start in die Spielzeit. Man konnte spüren, wie auch beim Publikum die Lust am Spiel und an Musik wiedererwachte. Vielleicht waren Sie dabei? Nun dieses plötzliche Ende. Das im Zeichen von Corona stehende Theaterjahr 2020 bleibt leider unvollendet. Die schönen Gewohnheiten, sich mit der Familie am Weihnachtsmärchen zu erfreuen und sich beim Weihnachtskonzert auf das Fest einzustimmen, müssen der häuslichen Einsamkeit am TV-Gerät und Plattenspieler weichen. Dazu kommt die Erkenntnis: Das Virus macht keinen Bogen um den Kreis Görlitz und um Zittau! Wahrscheinlich waren wir zu sorglos geworden.

Der Vorstand der Zittauer Theaterfreunde hat die Nachricht von der Schließung der GHT für die nächsten 3 Monate zunächst mit Erschrecken, dann aber auch mit Verständnis zur Kenntnis genommen. Der Blick auf die Infektionszahlen, die vollen Krankenhäuser – gerade auch im Kreis Görlitz und in Zittau – belehrt uns alle, dass es geboten ist, Abstand zu halten und Kontakte zu reduzieren. Die Entscheidung der Gesellschafter des GHT erscheint vielleicht manchem zu langfristig. War doch vor kurzem noch Hoffnung auf Vorstellungen im Advent und über die Feiertage! Wenn man aber die rasante Entwicklung betrachtet und sieht, dass es derzeit gerade in Sachsen keinerlei Besserung gibt, dann ist klar, dass uns dieser Teil-Lockdown nicht nur im Dezember erhalten bleibt, sondern wohl bis zum Frühjahr reichen wird. Zugleich bietet der konsequente Übergang der Mitarbeiter des GHT in die Kurzarbeit wohl die beste Möglichkeit, die wirtschaftlichen Ausfälle einigermaßen abzufedern. Insofern ist die Entscheidung konsequent und vorausschauend.

Traurig macht uns schon, dass die Kultur-, Bildungs- und Freizeitstätten die ersten sind, die geschlossen bleiben müssen und es wohl auch am längsten bleiben werden. Auch unsere Pläne für das Jubiläumsjahr des Vereins sind Makulatur. Kultur scheint in der Krise verzichtbar. Das ist sie aber gewiss nicht! Nutzen wir die Alternativen und das digitale Angebot der verschiedenen Häuser – auch des GHT. Vielleicht bleibt auch wieder mehr Zeit für Lesen, Musik hören und Singen.

Nun bleibt die Hoffnung, dass die Pandemie bekämpft werden kann und es im Frühjahr mit dem Theater und unserem Verein wieder weiter geht.
Der Vorstand der „Freunde des Zittauer Theaters“ e.V. wünscht allen Theaterfreunden, den Künstlern und Mitarbeitern des GHT eine besinnliche Adventzeit, ein schönes Weihnachtsfest in Familie und einen guten Start in ein hoffentlich besseres Jahr 2021!
Vor allem aber: Bleiben Sie alle gesund und zuversichtlich!

Ihre Prof. Dr. Bärbel Fliegel

Nachruf für Detlef Lux

Die Zittauer Theaterfreunde trauern um den Schauspieler und Publikumsliebling Detlef Lux, der am 2. Dezember unerwartet verstorben ist. Ab 1976 war das Zittauer Theater seine künstlerische Heimat für über 30 Jahre. Während der Intendanz von Roland May wurde er 2008 zum Ehrenmitglied des Theaters ernannt. Auch der Verein „Freunde des Zittauer Theaters“ machte Detlef Lux zu seinem Ehrenmitglied – 2013 wurde ihm die Urkunde zu seinem 70. Geburtstag, den er natürlich auf der Theaterbühne verbrachte, überreicht. Obwohl er aus Krankheitsgründen schon einige Jahre nicht mehr auf der Bühne stand, ist Detlef Lux noch im Gedächtnis der Theatergemeinschaft und der Theaterfreunde bis heute präsent.

Woran erinnern wir uns am meisten? Zuerst an seine Schauspielkunst, die er in vielen unterschiedlichen Rollen vom lustigen Typen bis zum tragischen Helden hier zeigen konnte. Sein Name wird immer wieder gern mit dem „Hauptmann von Köpenick“ verbunden – aber das ist nur eine von seinen gut 350 Rollen. Da sind so unzählig viele große und kleineren Rollen, mit deren Gestaltung er die Herzen des Publikums gewann und in Erinnerung bleibt. Sie alle aufzuzählen, ist kaum möglich – und doch wollen wir einige hier noch erwähnen: Gepetto in „Pinocchio“, Wilhelm Giesecke im „Weißen Rößl“, Veit Tümpel im „Zerbrochenen Krug“, das Dumme Schwein in „Der große Theatercoup – Die Olsenbande II“, Rolf Herricht in „Aber Herr Preil“, der König in „Leonce und Lena“, Wilhelm Hagedorn in „Gäste“, Hoskins in „Hasch mich, Genosse!“ und viele viele andere. Jedem von uns fallen noch sicher eine Reihe weiterer Rollen ein, mit denen er unvergessen bleiben wird.

Detlef Lux war eigentlich immer ein Ereignis auf der Bühne. Was bleibt noch im Gedächtnis? Sein Humor, die Geselligkeit und sein Lachen, aber auch seine tiefen philosophischen Einsichten, seine Lebensweisheit! Der gebürtige Berliner war auch außerhalb der Bühne ein „Typ“, mit dem man sich wunderbar unterhalten und scherzen konnte. Der Schalk sprang ihm beim Erzählen förmlich aus den Augen. Das wird den Theaterfreunden, die ihn näher kannten, bleiben und ihn nicht vergessen lassen.

Der Ehefrau und den Angehörigen gehört unser tiefes Mitgefühl. 

Prof. Dr. Bärbel Fliegel
Vorsitzende des Vorstands

Eine ausführliche Würdigung des verstorbenen Schauspielers von Jan Lange ist in der Sächsischen Zeitung vom 4. Dezember 2020 erschienen.

Theater von 2. Schließung wegen Corona betroffen

Liebe Theaterfreunde,

eigentlich wollte ich Ihnen an dieser Stelle wieder Vorschläge für einen gemütlichen Theaterbesuch im trüben Monat November vorstellen. Leider aber wird das GHT- wie die gesamte Kulturszene – nun wieder durch die Coronapandemie ausgebremst. Das ist sehr schade, aber angesichts der überall stetig steigenden Infektionszahlen – auch in den Städten Zittau und Görlitz – zu akzeptieren. So ist durch uns alle eine Kontaktreduzierung nun aktiv zu betreiben – auch durch Verzicht auf Theater, Kino und Museumsbesuche. Die Hoffnung auf eine Advent- und Weihnachtszeit mit schönen Kulturerlebnissen scheint aber noch nicht ganz aufgegeben.

Wir Theaterfreunde werden sehen, ob und wie man das Theater in der Situation unterstützen kann. Finanzielle Ausfälle sind vorhersehbar, gerade in der Zeit der gut besuchten Weihnachtsmärchen und Weihnachtskonzerte. Wir Zuschauer können auf jeden Fall beitragen durch häufigen Theaterbesuch, wenn es wieder möglich wird, aber auch durch Spenden der Rückerstattungen für ausgefallene Vorstellungen.  

In den letzten beiden Monaten gab es einige schöne Momente in unserem Theater. Mit „Loriot“ konnte man sich amüsieren, in zwei schönen Konzerten der Philharmonie sowie dem Unterhaltungskonzert sich dem Musikgenuss hingeben. Wer wollte konnte in der Inszenierung „Seuche“ über Isolation nachsinnen und Verhaltensmuster prüfen. Besonders erwähnenswert ist für mich die Inszenierung „Endland“ des Schauspielensembles mit dem JugendTheaterClub. Ich bin immer wieder beeindruckt, was die jungen Akteure unter fachkundiger Leitung und Begleitung spielerisch leisten. Zugleich wird wieder ein aktuelles Thema – eigentlich schon mehrere – von verschiedenen Seiten beleuchtet. Die Jugendarbeit des Theaters regt die Beteiligten und die Zuschauer damit zur Auseinandersetzung mit aktuellen gesellschaftlichen Prozessen an, wobei man sich durchaus auch seine eigene Meinung bilden kann und soll.

Eine Fahrt nach Görlitz lohnt übrigens auch immer wieder. Ich habe am 1. November noch die vorerst letzte Vorstellung von Lehars „Land des Lächelns“ erlebt.  Unter den Anforderungen der Coronapandemie wurde ein ungewöhnliches Konzept entwickelt, die Operette auf die Bühne zu bringen. Das Orchester agiert im ersten Rang. In der extra reduzierten Zusammensetzung erzeugt es unter der Leitung von Ulrich Kern sowohl einen feinen Klang als auch vitale Kraft. Die Chormitglieder sind teils auf der Bühne, teils in den Logen aktiv. Die Solisten überzeugen musikalisch weitgehend in einem bunten Bühnenbild. Etwas gewöhnungsbedürftig ist das reduzierte Spiel stets mit Corona gerechtem Abstand, was eine gewisse Kühle erzeugt. Auf jeden Fall konnte man die schönen Melodien genießen. Das Stück soll im späten Frühjahr nach Zittau kommen, hoffen wir, dass die Bedingungen es dann ermöglichen. Auch das kleine musikalische Stück „Diven sterben einsam“ mit Yvonne Reich ist gut angekommen.  Vorerst wird es nicht gespielt, ich denke aber, dass es im nächsten Jahr wieder auf die Bühnen kommt.

An beiden Standorten konnte man sich bisher mit dem Hygienekonzept des GHT durchaus sicher und zugleich gastronomisch umsorgt fühlen. Bleibt zu hoffen, dass wir alle bald wieder beim Märchen „Die Schöne und das Biest“, dem beliebten Weihnachtskonzert, dem Thriller „Misery“ und den anderen Angeboten die Theaterkunst genießen können.

Bis dahin bleiben Sie gesund!

Prof. Dr. Bärbel Fliegel
Vorsitzende

Zittauer Theaterfreunde sehen großen Aufgaben entgegen

Am 16. September 2020 trafen sich die Mitglieder der „Freunde des Zittauer Theaters“ zu ihrer Jahresversammlung im Zittauer Theater. Neben den Berichten über die Arbeit im vergangenen Jahr standen zukünftige Vereinsaufgaben und Förderschwerpunkte auf der Tagesordnung. Die Vereinsmitglieder beschlossen unter anderem, dass der Verein in der Spielzeit 2020/21 die Inszenierung eines klassischen Stückes des Schauspielensembles des Theaters mit 2.500 Euro unterstützt.

Die Gründung des Vereins jährt sich im Herbst zum 30. Mal. Die Mitgliederversammlung war zugleich der Startschuss in das Jubiläumsjahr, das trotz Corona nun langsam und eingeschränkt beginnen soll. Mit kleineren und größeren Veranstaltungen, die bis ins nächste Jahr veranstaltet werden, wollen die Zittauer Theaterfreunde auf „ihr Theater“ aufmerksam machen.

Wenn auch Sie das Zittauer Theater unterstützten möchten, können Sie Vorstand der Zittauer Theaterfreunde gern per Mail  theaterfreunde-zittau@gmx.de kontaktieren. Getreu dem Motto „Wir brauchen unser Theater – unser Theater braucht uns“.