Zum WELTTHEATERTAG am 27. März 2021

Im letzten Jahr stand in unserem Gruß zum Welttheatertag die Feststellung, dass wegen der Corona-Pandemie nichts wie sonst war. Man konnte den Tag nicht wie üblich begehen, die geplante Vorstellung fiel aus. Damals ahnten wir nicht, dass es ein Jahr später immer noch so ist und die Theaterwelt – wie die gesamte Gesellschaft – aus den Fugen gerät. Die Theater und Kulturstätten sind wieder und schon lange geschlossen, das öffentliche Leben steht still bzw. ist aus der Bahn geworfen. Die Auswirkungen des Virus auf die Gesundheit des Einzelnen, auf die Wirtschaft, die Kulturlandschaft und das gesellschaftliche Zusammenleben sind nun viel deutlicher zu spüren. Das gibt Anlass genug, den seit 1961 international begangenen Feier- und Aktionstag noch stärker zum Nachdenken über die Wirkung und die Zukunft der Theaterkunst zu nutzen. Sicher wird es Wortmeldungen und Aktionen in aller Welt geben.  

Wir „Freunde des Zittauer Theaters“ versichern aus Anlass des Welttheatertages den Künstlern und Mitarbeitern des Zittauer Hauses wie des gesamten Gerhart- Hauptmann-Theaters unsere Unterstützung für den Erhalt des Theaters und die baldige Fortführung der wichtigen kulturellen Arbeit.

Wir vermissen das Theater und sehen die Folgen des kulturellen Leerlaufs mit Sorge. Mögen sich die Vorhänge bald wieder öffnen!

Prof. Dr. Bärbel Fliegel
Im Namen des Vorstands

Start in die neue Spielzeit

Liebe Theaterfreunde,

Das Beste zuerst: Der Zittauer Stadtrat hat gestern – im zweiten Anlauf – mehrheitlich der Finanzierungsvereinbarung der Anteilseigner des Gerhart-Hauptmann-Theaters  Görlitz – Zittau GmbH zugestimmt. Die Räte der Stadt Görlitz und des Landkreises hatten das bereits getan.  Damit ist  für die nächsten  Jahre bis 2022 Klarheit gegeben.
Leicht haben es sich die Stadträte nicht gemacht, denn die Zeit danach ist ungeklärt.  In einer sachlichen Diskussion wurden Überlegungen und Vorschläge vorgebracht,  wie  Zittau seinen Verpflichtungen nachkommen kann, ohne die Kontrolle zu verlieren. Für die Zukunft unseres Theaters kann man nur hoffen,  dass die Kulturraummittel weiter fließen,  der Kulturpakt der Landesregierung verlängert und dynamisiert wird. Die Strukturreform der Theaterlandschaft bleibt eine Daueraufgabe. Wir werden als Verein den Prozess begleiten und sind gespannt, was ein – nun weiter dringend gesuchter – Generalintendant des GHT dazu beitragen wird.

Sind Sie gut  durch den Sommer gekommen und haben nach den vielen Freiluftveranstaltungen nun wieder Lust auf das Theaterhaus? Die Konzertfreunde haben schon einen anspruchsvollen und unterhaltsamen Auftakt erlebt. Momentan kann man die Görlitzer  Inszenierung „Liebesgrüße  aus Muskau“ erleben –  ein lockerer Start in die Saison.  In diesen Tagen kehrt das Schauspielensemble aus den Theaterferien zurück und steckt  gleich mitten in den Vorbereitungen  für die vielen Theaterereignisse der nächsten Wochen und Monate.  Am 6. Oktober gibt es in der Matinee mit Theaterfrühstück den Ausblick auf die Spielzeit. Dabei werden auch die Publikumslieblinge der letzten Saison gekürt.

Anfang Oktober kann man noch einmal Florian Graf und Tilo Werner in  drei Vorstellungen  des Kriminalstücks „Revanche“ erleben. Von Mitte Oktober bis Mitte  November folgen drei Premieren. Die Komödie „Mord auf Schloss Haversham“  wird sicher ein Hit. Verpassen Sie das nicht, es wird in der Zeit vom 19. 10. bis 10.11. zehn Mal gespielt und steht dann wieder zu Silvester im Plan. Übrigens gibt es da ein Wiedersehen mit Kerstin Slawek. „Heute Abend: Lola Blau“ kommt Anfang November und dann ist wieder Zeit für das Weihnachtsmärchen – diesmal wird  „Pinocchio“ Jung und Alt  verzaubern. Die Weihnachtskonzerte stimmen dann sicher wie gewohnt  auf die festliche Zeit zum Jahresende ein.

Viele unterhaltsame und besinnliche Stunden in unserem Theater  wünscht  allen Theaterfreunden

Ihre

Prof. Dr.  Bärbel Fliegel
Vorsitzende

Zittauer Theaterfreunde wünschen Theaterpädagogen und bieten dafür finanzielle Unterstützung an

Im März  2019 beschlossen die Mitglieder der „Freunde des Zittauer Theaters“, dass sie das das Theater bei allen Bemühungen unterstützen werden, wieder eine Stelle für Theaterpädagogik zu schaffen.

Professor Dr. Bärbel Fliegel, Vorsitzende des Vereins: Seit langem gibt es unter den Mitgliedern den Wunsch, dass am Theater wieder ein Theaterpädagoge oder eine Theaterpädagogin mit den jugendlichen Schauspielern vom TheaterJugendClub  arbeitet und die Zusammenarbeit mit Schulen gestaltet. Wir setzen uns dafür ein, dass das Gerhart-Hauptmann-Theater eine solche Stelle schafft, da der aktuelle Kulturpakt auf Maßnahmen und Angebote für die Theaterarbeit mit Kindern und Jugendlichen orientiert. Die Einführung in die Theaterwelt, das emotionale Erlebnis einer gelungenen Aufführung ist ein wichtiger Teil der kulturellen Bildung der jungen Generation und ein Garant für den Fortbestand  der einmaligen Theaterlandschaft Deutschlands.

Der Schatzmeister des Vereins Jens Hentschel-Thöricht ergänzt, dass die Stelle ab ab dem Jahr 2020 nach jährlicher Beschlussfassung eine finanzielle Förderung in Höhe von maximal 2.000 Euro erfahren kann und bereits in diesem Jahr mit 1.000 Euro cofinanziert werden könnte.

Karten für die Sommersaison begehrt

8.30 Uhr war die erste theaterbegeisterte Dame aus Löbau da und sicherte sich den ersten Platz in der Schlange für die begehrten Sommertheaterkarten. Immerhin lockte ein Rabatt von 25 Prozent. Die beiden nächsten Damen kamen aus Bertsdorf-Hörnitz und Hainewalde. Bevor jedoch die Kasse pünktlich um 10 Uhr öffnete, überraschte das Theater die Wartenden mit einer Spielfrequenz aus einem kommenden Sommertheaterstück. Nur so viel sei verraten, „Vier Fäuste für ein Halleluja“ darf man sich nicht entgehen lassen.  

Wir als „Freunde des Zittauer Theaters“ begleiten diesen Tag seit Jahren. Die Wartezeit verkürzten wir mit Informationen zur kommenden Spielsaison, mit einem kleinen Frühlingsgruß und den neuen Flaschenöffnern mit Theatermotiven. Es gibt zu einen Motive mit dem Theatergebäude, aber auch Motive aus älteren und jüngeren Theaterstücken, die der Verein ganz neu angefertigt hat. „Wir stellten diese Aktion unter das Motto ‚Alles Flaschen oder was? – Dann kommen ihnen unsere neuen Flaschenöffner gerade recht'“, so Jens Hentschel-Thöricht, Schatzmeister des Theatervereins. Mit dem Erlös wird unter anderem die Jugendarbeit am Theater, einzelne Inszenierungen, wie auch der Gerhart-Hauptmann-Theater-Preis unterstützt werden.

Dank an die Stadträte

Sehr geehrte Damen und Herren Stadträte,

der Verein  „Freunde des Zittauer Theaters e.V.“ dankt Ihnen für Ihr Engagement und Ihren Einsatz zum Erhalt der Gerhart-Hauptmann-Theaters Görlitz-Zittau GmbH in den letzten Jahren. Mit  dem nun gefassten Grundsatzbeschluss zur Finanzierungsbeteiligung am „Kulturpakt“ des Freistaates Sachsen für die Jahre 2019 – 2022 bestätigen Sie, die Finanzierungsanteile an den Strukturmitteln entsprechend den Gesellschaftsanteilen am GHT zu gewährleisten.  Wir sehen darin ein starkes Bekenntnis zum Theater insgesamt und den Standort Zittau. Angesichts der  finanziellen Situation der Stadt  ist das keine Selbstverständlichkeit. 

Der Erhalt unseres Theaters mit seinem hohem künstlerischen Anspruch, der  Ausstrahlung in das Umland und seiner trinationalen Kooperation im Dreiländereck liegt uns Theaterfreunden  am Herzen.
Es ist  ein unverzichtbarer  Standortfaktor  für die wirtschaftliche, touristische, kulturelle und gesellschaftliche Entwicklung der Region.
Im Rahmen der möglichen Bewerbung der Stadt (mit der Region) als Kulturhauptstadt  Europas 2025 zeigt sich  das Theater von Anfang an als Inspirator und wichtiger Akteur.  Wir bitten Sie, auch in der nun beginnenden  Arbeit  an einem  Strukturkonzept dem Theater die  notwendige Aufmerksamkeit und Unterstützung zukommen zu lassen.

Frohe Weihnachten und ein tolles neues Jahr

Der Vorstand des Vereins „Freunde des Zittauer Theaters e.V.“  wünscht allen Mitgliedern, Förderern und Spendern ein besinnliches und friedliches Weihnachtsfest und einen guten Start in ein erfolgreiches Jahr  2019!

Liebe Freunde des Zittauer Theaters,

Anlässlich der bevorstehenden Weihnachtstage und des Jahreswechsels danke ich im Namen des Vorstands allen Mitgliedern, Förderern und Spendern des Vereins für die Unterstützung unserer Tätigkeit, für die Treue zum Verein und zum Theater im Jahr 2018 von ganzem Herzen. Unser  Dank geht ebenso an die Theaterschaffenden des Gerhart-Hauptmann-Theaters, die dem Publikum 2018 erneut viele berührende, nachdenkliche und unbeschwerte Theaterstunden bescherten.

Der Verein blickt auf ein ereignisreiches Jahr 2018 zurück. Mit Aktionen und der Hilfe unserer Förderer und Spender konnten wir  traditionsgemäß die gemeinsame Inszenierung des TheaterJugendClubs mit dem Schauspielensemble – das Stück „Oleanna“ – sowie den Gerhart-Hauptmann-Theater-Zittau-Preis bezuschussen. Der beschlossene  Anteil für die Ertüchtigung des Inspizientenpultes in Zittau wird im Dezember übergeben.

Ein großer Erfolg für die Mitarbeiter des Gerhart- Hauptmann – Theaters ist, dass die Politik ab 2019 den Weg zurück in den Flächentarif geebnet hat. Durch unsere Anfrage an den Ministerpräsidenten, die viel Resonanz fand, haben auch wir minimalen Anteil daran. Eine drohende Insolvenz ist abgewendet. Aber zur Deckung der künftigen Kosten und zum Erhalt des qualitativ hochwertigen Theaterangebots  sind nun weitere Überlegungen und auch unser aktiver Einsatz erforderlich.  

Wichtig für unsere Arbeit ist, dass dem Verein vom Finanzamt die Gemeinnützigkeit bestätigt wurde. Ein Höhepunkt des Vereinslebens war die Ausfahrt in das Tom Pauls Theater nach Pirna. Die Theaterjugend war überaus aktiv und an einigen Inszenierungen beteiligt. Nun sind einige Protagonisten auf dem Weg ins Berufsleben und ein Umbruch steht an. Der TheaterSeniorenClub hatte eine erfolgreiche Saison mit dem neuen  Stück erlebt und kann auch von einer Förderung profitieren.

So schauen wir zufrieden zurück und zuversichtlich in die Zukunft und freuen uns auf schöne Stunden in unserem Theater!

Prof. Dr. Bärbel Fliegel

Dankesworte zur Verleihung des Theaterpreises 2018

Liebe Theaterfreunde,

nun bin ich aus dem Urlaub zurück, bin dem Unwetter auf Mallorca eine Fluglänge entkommen und schreibe Euch, um mich zu bedanken für den G-H-T-Preis 2018. Oftmals bekommt man gar nicht so richtig mit, dass man Jahre lang anscheinend etwas „richtig“ gemacht und so sehr geschätzt wird.

Mir war es ein Fest über die Jahre für und mit den Freunden des Zittauer Theaters Kunst zu machen, ob mit der TheaterJugend, in persönlichen Geschichten oder auf der Bühne. Danke dafür.

Nun habe ich mir in diesem Kontext auch die neu erstrahlte Internetseite der Freunde angeschaut und finde sie sehr gelungen, allen voran über die persönlichen Zeilen der Mitglieder im BLOG habe ich mich sehr gefreut.

Und so danke ich Euch allen für die Auszeichnung, die lieben Worte und bin froh, ab dem 15.10. wieder in der Stadt zu sein und an der Schneekönigin zu proben. Ein Aufgabe, die Verantwortung in sich trägt, aber vor allem unendlich viel Freude bereiten wird.

Ich freue mich auf ein Wiedersehen und verbleibe in aufrichtiger Dankbarkeit,

Euer Stephan Bestier

Rückblick: Sommertheater 2018

Liebe Theaterfreunde,

nun ist es seit einigen Tagen herbstlich kühl und die Gedanken gehen manchmal schon voraus auf die Weihnachtszeit. Dennoch soll an dieser Stelle noch einmal  kurz zurück geschaut werden auf die „heiße“ Sommersaison unseres Theaters.
Mein Fazit: Da gibt es nichts zu  meckern, das war feinstes Theater im Schillergarten hinter dem Theater  und ein tolles Abenteuer- und Gruselspiel für die ganze Familie auf der Waldbühne in Jonsdorf. Sogar das Wetter hat mitgespielt, auch wenn  es die Sonne bei der Nachmittagsvorstellung auf der Waldbühne zu gut gemeint hat, falls man keinen schattigen Platz ergattert hatte.

„Venedig im Schnee“ überzeugte  durch eine lustige Geschichte, viel Wortwitz, Situationskomik und vor allem durch die Spielfreude der vier Akteure.
Auf der Waldbühne wurde in der Uraufführung  „Die 7. Geisterstunde“ der tolle Junker – eine Zittauer Sagengestalt – zum Leben erweckt. Da gab es alles, was so ein Stück braucht:  Mutige Helden, gruselige Gestalten, schöne Frauen, feurige Reiter und pyrotechnische Effekte.  Gut einstudierte Massenszenen und  Kämpfe sowie eine schöne Ausstattung trugen zum Erfolg bei. Vielleicht war die Wiederholung der Opferrituale etwas zu viel, aber da  eine Erlösung von der Pein folgte, waren die Zuschauer zufrieden und spendeten viel Beifall.
Hervorzuheben ist der hohe personelle Aufwand der Inszenierung, die  in der bewährten Hand der Schauspielintendantin D. Szalma lag. Neben allen Schauspielern waren viele Statisten, darunter auch Mitglieder des Theater-Jugend-Clubs,  mit Eifer dabei. Es gab überall auf dem großen Areal der Naturbühne  etwas zu entdecken und zu staunen, z.B. dass der eine oder andere – wie von Zauberhand geleitet –  am anderen Ende oder hoch oben wieder auftauchte.

Das Spukspektakel ist nun Geschichte, schade für den, der es verpasst hat. 
Anders ist es mit dem Görlitzer Sommerstück, das wandert vom Stadthallengarten demnächst  in das feste Haus. „Der Zauberer von Oz“ ist eine gut gemachte Inszenierung und  ein Besuch lohnt sich – ob mit oder ohne Kinder bzw. Enkel auf jeden Fall.
Und ein Wiedersehen mit „Venedig im Schnee“ gibt es im nächsten Sommer in Görlitz!

Also, demnächst mal wieder ins Theater!

Ihre
Prof. Dr. Bärbel Fliegel

Spielzeiteröffnung 2018/19 am GHT Görlitz – Zittau

PREMIERE am 15.09.2018 mit dem Hildegard Knef – Abend „Das Glück kennt nur Minuten“

Eine persönliche Ansicht von Elke Fasler

„Haben sie das erwartet?“ – fragt die Knef, dargestellt von der Görlitzer Sopranistin Yvonne Reich –  mehrmals während der Vorstellung das Publikum.  – Ich persönlich kann auf diese Frage nur antworten, dass ich nach der zweistündigen Vorstellung die Schauspielerin, Sängerin und Buchautorin Hildegard Knef NEU entdeckt habe.  Natürlich war mir bekannt, dass das Leben des Weltstars nicht nur auf „Rosen gebettet“ war.  Insbesondere in den deutschen Medien wurde streckenweise zu wenig über das große künstlerische Talent, sondern  in den Klatschspalten u. a. vordergründig über einen „sensationellen Verschleiß an Männern“, Facelifting, Luxus, Finanzkrisen u. a. spekuliert.  Warum die Knef sich trotz dieser Skandalisierung  nicht hat unterkriegen lassen und sie weiterhin als Künstlerin fast bis an ihr Lebensende international begeistern  konnte, das erschließt sich  nach der Inszenierung von Stephan Bestier. – Wir erleben einen Star ohne Allüren, zutiefst menschlich, sensibel, klug, selbstkritisch und voller Selbstvertrauen. Hilde, die unbedingt Schauspielerin  werden wollte und dafür hartnäckig und mit enormem Fleiß alles dafür Notwendige getan hat, um diesen Traum in die Realität umzusetzen, bewahrt sich bis zum Ende der Bühnenlaufbahn dieses Durchhaltevermögen.  „Der Aufstieg zu einer Berühmtheit war nie geplant, sondern es hat sich so ergeben“, – so  zu erfahren an diesem Theaterabend. Yvonne Reich war bei der Umsetzung der Rolle gut beraten,  KEIN Double der Knef  sein zu wollen. Mit bemerkenswerter Natürlichkeit lässt sie den Betrachter am Seelenleben, der Denkweise, Sorgen und Wünschen dieser außergewöhnlichen Frau teilhaben. Die Reich vermittelt mit ihrer verhaltenen Darstellung der Knef glaubhaft, dass diese starke Persönlichkeit sich trotz des internationalen Starrummels nie eingebildet hat, etwas Besonderes zu sein. Die Chance, den facettenreichen Charakter dieser markanten  Frau uns nahe zu bringen, wird  durch die kluge Auswahl der einzelnen Lebenssituationen möglich. Stephan Bestier entschied sich für weniger bekannte Episoden, die in der Kombination zwischen Liedern und dazu passenden Ereignissen die Chance bieten, zu verstehen, WARUM Hildegard Knef so war, wie sie war –   nachdenklich, melancholisch, schnodderig, humorvoll, voller Selbstironie und Selbstzweifel und auf der ewigen Suche nach dem, was von ihrem Künstlerleben bleibt.  Stephan Bestier ist mit diesem „unspektakulären Einblick“ in unterschiedliche Lebensphasen der Hildegard Knef wiederholt eine besondere, berührende Inszenierung gelungen. Dass dieses „Experiment“ aufging, ist allen Beteiligten dieser Aufführung zu verdanken.  – Szenenbild inklusive der  Einbeziehung der großen Videoleinwand, Dramaturgie, Maske, Kostüm und die hervorragende musikalische Begleitung  machen die sensible Darstellung der Knef durch Yvonne Reich erst möglich.   –  Es ist ein „DenkMal“  über die legendäre Hildegard Knef entstanden, welches nach Ende der Vorstellung zum Nachdenken anregt und auch uns „Otto – Normalverbrauchern“  ermutigt, sich  in Lebenskrisen nicht unterkriegen zu lassen und sich treu zu bleiben.  – Die Knef, frei von Star – Allüren,  würde sicher über meine persönliche Einschätzung  in ihrer typischen Art lachen und salopp sagen – „Wenn es das ist,  was von mir bleibt, na dann…“

Yvonne Reich, Stephan Bestier und allen Beteiligten an diesem  „Hildegard Knef – Abend“ gebührt herzlicher Dank und Respekt vor der künstlerischen Leistung. Weiterhin  ganz viel Erfolg.

Wer diese Inszenierung noch nicht gesehen hat und seine eigenen Erfahrungen mit der Knef/Yvonne Reich austauschen möchte, sollte sich ganz schnell Karten sichern.