Zum WELTTHEATERTAG 2022

Die „Freunde des Zittauer Theaters e.V.“ übermitteln den Künstlern und Mitarbeitern des Gerhart- Hauptmann-Theaters herzliche Grüße zum diesjährigen Welttheatertag!

Der Verein bedankt sich herzlich bei Ihnen allen, die Sie mit tollen Leistungen und viel Engagement dem Publikum schöne und interes-sante Theatererlebnisse ermöglichen. Nach den langen Schließungen und den Einschränkungen durch die Corona-Pandemie ist nun wieder der Zugang Aller zu den kulturellen Angeboten möglich, aber eine Normalität ist immer noch nicht in Sicht. Zu den bekannten Krisen kommt nun der unsägliche Krieg in der Ukraine, der die Menschen belastet und noch ungeahnte Auswirkungen auf viele Bereiche unseres Lebens haben wird.

Peter Sellars spiegelt in der diesjährigen zentralen Botschaft in bildhafter Sprache die verstörende Realität des Lebens und fordert neue Rituale des Theaters. Wir Theaterfreunde sind überzeugt, dass in diesen Zeiten die Kultur – zuvörderst die Theater – den Menschen helfen können, die Gedanken zu ordnen, Mut zu schöpfen, Gräben zu überwinden und auch den nötigen Abstand von den drängenden Problemen zu finden.

Prof. Dr. Bärbel Fliegel

Im Namen des Vorstands

JOS- Festival 2022

Das JOS- Festival ist zurück! Nach der digitalen Variante im Klosterhof im vergangenen Jahr fand das 10. Festival wieder in Präsenz mit internationalen Gästen aus Polen und Tschechien statt. Trotz der Coronaeinschränkungen lief es gut und wurde ansprechend besucht. Die langjährigen Enthusiasten wissen bereits, was sie am Festival haben, die anderen sollten realisieren, dass man etwas verpasst. Was ich in diesem Jahr erleben konnte, war absolut sehenswert und Theaterspiel vom Feinsten. Gespielt wurde hinter dem Vorhang, was dem Zuschauer eine Nähe zum Geschehen verschafft. Die Übertitel ermöglichen das Verfolgen des Geschehens, der Genuss des Spiels in der Originalsprache bleibt erhalten. Stückeinführungen bzw. Nachgespräche lassen Akteure und Publikum ins Gespräch kommen.

Zu Tränen rührte das Familiendrama „Dinge, die ich sicher weiß“ – eine Koproduktion der Theater aus Jelenia Gora und Zielonia Gora zur Eröffnung am Mittwoch.  Interessantes experimentelles Theater bot das Theater aus Usti nad Labem mit einer Adaption des Romans „Der Steppenwolf“ von Hermann Hesse. Das GHT brachte den Monolog „Name Sophie Scholl“ am Freitag Vormittag.

Wunderbar ist, dass der TheaterJugendClub unter der Leitung von Patricia Hachtel wieder mit einer polnischen Gruppe in Kooperation ein Stück gestalten kann. Die Werkstattpremiere zu „Wolf Gäng – sei (k)ein Schaf“ am Samstag zeigte, dass das Publikum – und zwar nicht nur das jugendliche – sich auf die Premiere am 23. April freuen kann. Die Festivalausgabe 2022 hatte besonders viele Angebote für Kinder und Jugendliche, die neugierig auf Theater machen und Lust am selbst tun erzeugen. Ergänzt wurde alles mit Konzert und Party.

Fazit: Wer spannende, unkonventionelle Theaterabende liebt – sollte das JOS-Festival nicht verpassen. Im nächsten Jahr gibt es bestimmt wieder eine Chance!

Dr. B. Fliegel

2.000 Euro für das Sommertheater auf der Waldbühne Jonsdorf

Die Mitglieder des Vereins „Freunde des Zittauer Theaters e.V.“ fördern das geplante Sommertheater auf der Jonsdorfer Waldbühne mit 2.000 Euro. Vereinsschatzmeister Jens Hentschel-Thöricht hat den Betrag in diesen Tagen an das Theater überwiesen. „Mit der Summe soll der Neustart nach der langen und schmerzlichen Schließung des Theaters und den damit verbundenen Herausforderungen unterstützt werden“, so die Vorsitzende des Vereins Professor Bärbel Fliegel.

Das diesjährige Sommertheater wird mit der Aufführung des Stückes „Der Graf von Monte Christo“ begeistern. Die Waldbühne Jonsdorf wird zum Ort der berühmtesten Rache der Abenteuerliteratur: Voller Hass und Leidenschaft macht sich Edmond Dantès als geheimnisvoller Graf von Monte Christo auf den Weg, um nach 14 Jahren Kerkerhaft und Jahren der gewissenhaften Vorbereitung Vergeltung an all jenen zu üben, die seine Karriere und sein Leben zerstört haben. Freuen Sie sich darauf und besuchen Sie dieses sehenswerte Stück.

Wer das Theater am Zittauer Standort und die Arbeit der „Freunde des Zittauer Theaters“ unterstützen möchte, ist herzlich dazu eingeladen. Beispielsweise in Form einer Mitgliedschaft im Verein. Weitere Informationen finden Sie unter www.theaterfreunde-zittau.de

Es ist Krieg – und dennoch wieder einmal ins Theater?!

Liebe Theaterfreunde,

Sie sehen mich frustriert und geängstigt vom Krieg Putins gegen die Ukraine. Ich jedenfalls habe diese Entwicklung so nicht vorhergesehen und auf den Erfolg der Diplomatie in der letzten Minute gehofft. Nun gibt es viel Leid, die Flüchtlinge – Frauen und Kinder aus der Ukraine – erreichen Polen und auch schon Deutschland. Große Unsicherheit herrscht über das Ausmaß und die Auswirkungen, die dieser Konflikt auf uns alle haben wird. Kann man in dieser Zeit an Theater und Kultur denken? Darf man Aufführungen genießen und herzlich lachen? Letztlich muss es jeder selbst entscheiden. Wir haben unsere Karten in den letzten Tagen nicht verfallen lassen und drei sehr unterschiedliche schöne Theatererlebnisse gehabt. Wir haben diese Welt und die Probleme zeitweise vergessen, aber auch am Rande der Veranstaltungen mit Freunden und Theaterleuten über die aktuelle Situation diskutiert.

Einige Theaterenthusiasten trafen sich am 24. Februar zur Lesung von Michael Becker. Begonnen hat er die Veranstaltung angesichts der heutigen Lage bewusst mit Auszügen aus dem Stück „Dantons Tod“, das unser Schauspieldirektor Ingo Putz vor ca. 15 Jahren in Cottbus mit ihm in der Hauptrolle inszenierte. Es ist frappierend, wie aktuell Georg Büchners Worte, die er Danton und Robepierre in den Mund legte, gerade heute sind.  Die Erinnerungen an seine Kindheit, sein Schauspielerleben und vor allem an seine Anfangszeit von 1976-1979 am GHT waren mit Anekdoten und Pointen gespickt. Und für die Älteren wurde manche Erinnerung an legendäre Intendanten, Schauspieler und Mitarbeiter des Hauses geweckt. Der Verein schenkte ihm im Anschluss das Theaterbuch, in dem er auch verankert ist. Und auch M. Becker hatte seine letzte Broschüre mit Anekdoten als Geschenke bereit. Lange haben wir noch beisammengesessen. Das sind schöne Stunden, die Theaterfreunde erleben können. Eine Wiederkehr von Michael Becker mit anderen Projekten gemeinsam mit I. Putz ist nicht ausgeschlossen.  

Am Freitag startete ein neues Projekt im Foyer: „Über den Tellerrand“. Südamerika war die erste Station einer kulinarischen Weltreise. Der Olbersdorfer Koch Torsten Eckelt war einige Jahre in Ecuador tätig und zeigte dem Publikum die Zubereitung verschiedener Speisen der südamerikanischen Küche, die es als 4-gängiges Menü umgehend serviert bekam. Ingo Putz agierte als Hilfskoch und Moderator und konnte seine im Biologie-Studium erworbenen Kenntnisse zu Pflanzen und Gewürzen einbringen. Ein kolumbianischer DJ untermalte die Show mit entsprechender Musik. Ein unterhaltsamer und vor allem sehr schmackhafter Abend, dem nach Möglichkeit weitere mit anderen Zielen und Akteuren folgen sollen.

Am Samstag folgte dann die Premiere des Schwanks „Die spanische Fliege“. Ehrlich gesagt, ganz zeitgemäß ist das über 100 Jahre alte Stück nicht, aber es ist so eine herrliche Klamotte! Man kann sich wirklich köstlich unbeschwert amüsieren. Und das vor allem auch, weil eine eigenwillige Spielweise gefunden wurde und alle 10 Darsteller ihr Bestes geben. Es gibt kaum Requisiten, sondern das pure Spiel und die Mimik der Akteure, die ihre Figur individuell charakterisieren. Wirklich genial agiert Patricia Hachtel in der männlichen Hauptrolle des Mostrichfabrikanten Ludwig Klinke. Ein Hingucker sind die passenden Kostüme und Masken. Das Bühnenbild öffnet für jeden Auftritt eine neue Bühne auf der Bühne, unterstreicht, dass hier jeder jedem etwas vorspielt. Auf jeden Fall hatten die Werkstätten, der Malsaal, die Kostümabteilung und die Maske wieder viel zu tun. Es ist die Gelegenheit das gesamte kleine Ensemble und eine Gastspielerin zu erleben. Sie sollten das nicht verpassen!   

Noch ein aktueller Tipp: Am 3. März 19.30 Uhr wird sich der Schauspieler Paul- Antoine Nörpel in einem Zwischenspiel „An einen Künftigen“ dem oberlausitzer Dichter Franz Hackel annähern, der 1962 in Lückendorf starb. Sein Leben als Dichter, Soldat im I. Weltkrieg, Kommunist, Sachse, Oberlausitzer, Tschechischer Staatsbürger, Schriftsteller, Anarchosyndikalist und KZ- Häftling bietet ihm und den Zuschauern den Stoff zum Nachdenken. Aus aktuellem Anlass ist auf der Web-Seite des GHT sein Gedicht „Aufruf zum Frieden“ eingestellt.

Freuen können Sie sich auch auf die Operette „Der liebe Augustin“, die nun in Zittau ab 12. März mehrfach gespielt wird.

Und da ist dann noch das JOS-Festival! Vom 16. – 20. März 2022 gastieren wieder Schauspielensembles von mehreren Partnertheatern Polens und Tschechiens mit ihren Inszenierungen. Es sind zumeist anspruchsvolle Themen und Dramen. Einige sind auf die Jugend zugeschnitten und werden vormittags mit Workshops für Schulen eingeführt. So das Stück „Malala. Das Mädchen mit der Kugel im Kopf“ (Puppenspiel, Jelenia Gora) und „Name Sophie Scholl“ (Zittau). Wir planen, dieses Stück mit einem Gespräch zu einem anderen Termin mit einem Stammtisch zu verbinden. Abends stehen z.B. zur Eröffnung am Mittwoch ein polnisches Familiendrama, am Donnerstag das Monodrama „Orten“ über die Tagebücher 1939-1941 des jungen jüdischen Dichters (Liberec) und am Freitag „Der Steppenwolf“ nach Hermann Hesse (Usti nad Labem) auf dem Plan. Am Samstag zeigt der TheaterJugendClub eine Werkschau zu seinem neuen Stück „Wolf Gäng – Sei (k)ein Schaf“. Es gibt wieder Simultanübersetzungen oder Übertitel. Umrahmt wird das Festival mit Workshops, Werkeinführungen, Musik und Party. Den ausführlichen Plan können Sie im Leporello und auf der Web-Seite nachlesen. Es gibt wieder den Festivalpass zu 20 Euro für den Eintritt zu allen Ereignissen. Vielleicht versuchen Sie es einmal?  

Prof. Dr. Bärbel Fliegel

Vorsitzende

Und nun wieder ins Theater!

Liebe Theaterfreunde,

wieder einmal ging der Spielbetrieb im Gerhart-Hauptmann-Theater nach einer erzwungenen Corona-Pause ab 15. Januar endlich wieder los. Stammpublikum wie Akteure haben auf den Moment gewartet und alle sind hoffnungsvoll, dass es diesmal nicht bald wieder eine Schließung gibt. Freilich ist die Gefahr bei der Omikron-Welle, die uns umgibt und immer näher rückt, wieder groß. Aber über 2 Monate Entzug sind genug und so sollte das Angebot wieder genutzt werden. Für mich jedenfalls steht in den ersten 2 Wochen 5-mal Theater auf dem Plan.

Am Sonntag war das Theaterfrühstück gut besucht und in der anschließenden Matinee wurde in einem launigen Gespräch der Dramaturgin Patricia Hachtel mit dem Regisseur Stefan Eberle Einblick in die Entstehung der Inszenierung „Die Laborantin“ gegeben, die am 22.01. Premiere feiern wird. Das aktuelle Stück der englischen Autorin Ella Road wurde kürzlich in Dresden und auch anderenorts inszeniert und ist für eine Verfilmung optioniert. Auch wenn Ihnen die Thematik um genetische Untersuchungen und die darauf basierende Einstufung der Menschen zu dystopisch erscheinen mag, kann man sich doch der Möglichkeit solcher Entwicklungen in einer nahen oder fernen Zukunft nicht entziehen. Bei manchem Besucher heute wurde Neugier geweckt, konnte man doch erfahren, wie das Team das Stück angeht, welche Überlegungen es für Bühnenbild, Kostüme und die Textstraffungen gab. So wurde sichtbar, wie ein Schöpfungsprozess am Theater im Zusammenspiel von Regisseur, Dramaturgie, Darstellern, Ausstatterin und der Gewerke vor sich geht. Interessant zu wissen, dass auch ein Regisseur von den fertigen Kostümen überrascht sein kann. Für Martha Pohla bringt das Stück eine interessante und anspruchsvolle Frauenrolle.

In Görlitz hatte das Tanzstück „Zerrinnerung“ erfolgreiche Premiere. Es wurde von den Fans sehr positiv kommentiert. Leider gibt es derzeit vom Musiktheater in Görlitz nur kleine Inszenierungen als Wiederaufnahmen zu sehen. Bleibt zu hoffen, dass das nächste Philharmonische Konzert im Februar planmäßig stattfinden kann. Nach dem Ausfall des Weihnachtskonzerts und dem interessanten, aber einmaligen Life-Stream des Neujahrskonzerts am 1. Januar wird es nun Zeit für originale Konzertatmosphäre! Mit dem Jungen Konzert ging es am Wochenende schon los. Am kommenden Sonntag folgt das Unterhaltungskonzert.

Ein besonderes Ereignis am GHT wird das Musical „Once“ sein, welches nach dem Ausfall im Dezember nun vom 25. -27. Januar in Zittau und danach bis 30.01. in Görlitz gespielt wird. In dieser Koproduktion mit den Hamburger Kammerspielen agiert ein multitalentiertes Ensemble mit Live-Band. Die 2. Karte gibt es zum halben Preis. Also, nehmen Sie noch jemanden mit ins Theater! 

Ich wünsche Ihnen viel Freude in unserem Theater – auch wenn noch nicht wieder alles normal läuft. Einlass gibt es nach den gesetzlichen Regelungen nur für Geimpfte und Genesene mit Test bzw. Auffrischungsimpfung. Das Hygienekonzept fordert außerdem die Maske bis zum Platz. Besetzt werden darf nur die Hälfte der Plätze.

Prof. Dr. Bärbel Fliegel

Vorsitzende

Zittauer Theaterfreunde spenden 1.000 Euro für „Theaterpädagogik trotz Corona“

Vor wenigen Tagen beschloss der Vorstand der Freunde des Zittauer Theaters  dem Theater unter dem Verwendungszweck „Theaterpädagogik trotz Corona“ eine Spende in Höhe von 1.000 Euro zu überweisen, so der Schatzmeister des Vereins Jens Hentschel-Thöricht.

Prof. Bärbel Fliegel, Vorsitzende des Vereins: Wir wollen mit dieser Zuwendung angesichts der Einnahmeausfälle z.B. des Weihnachtsmärchens durch die pandemiebedingte Schließung des GHT ein Zeichen setzen. Zugleich danken wir dem Team der Theaterpädagogik und dem Ensemble für ihren Einsatz in Gestalt der „märchenhaften“ Besuche in den Schulen. So konnte den Kindern noch vor Weihnachten eine Freude und Abwechslung bereitet werden. Gemeinsames kulturelles Erleben ist für Kinder und Jugendliche unverzichtbar. Danke für Ihren Einsatz und Ihre Ideen! Gleichzeitig bedanken wir uns bei allen Vereinsmitglieder und Spendern, die diese Unterstützung ermöglichen.

Lockdown für Kultur in Sachsen

Liebe Theaterfreunde,

ich muss mich revidieren. Vor wenigen Tagen äußerte ich noch meine Zuversicht, dass man mit „2G plus-Regeln“ die Theater und Kulturstätten offenhalten wird. Bei Einhaltung aller Regeln und entsprechender Vorsicht sollte unser Gerhart-Hauptmann-Theater die Advents- und Weihnachtszeit wieder mit dem Weihnachtskonzert, einem Märchen und anderen Highlights bereichern können. Doch am letzten Wochenende wurde klar: Die Sächsische Landesregierung hat unter Nutzung der Möglichkeiten des nur noch wenige Tage geltenden Infektionsschutzgesetzes die Reißleine gezogen und harte Maßnahmen in einer Corona-Notfallverordnung beschlossen. Die Schließung von Kultur-, Sport- und Beherbergungsbetrieben schon ab Montag hatte ich so nicht erwartet. Sachsen geht damit weiter als die Festlegungen in Bayern und anderen Bundesländern mit ähnlicher Lage. Die Regelungen gelten zunächst bis zum 12. Dezember. Die Theater und Museen schreiben das auf ihren Webseiten. Aber wird ab 13. 12. alles anders, werden die Kultureinrichtungen wieder öffnen dürfen? Die neuen gesetzlichen Regelungen des Bundes geben den Ländern und dem Bund weniger Möglichkeiten. Jedoch wird von vielen Landesvätern eine Überarbeitung des gerade beschlossenen Gesetzes schon gefordert und ist wohl absehbar. Alles offen also!

So groß die Sehnsucht einerseits nach den kulturellen Angeboten ist, so beängstigend ist aber auch die Situation in der 4. Welle der Corona-Pandemie – gerade in Sachsen. Die Infektionszahlen steigen weiter ungebremst, die Krankenhäuser sind am Limit. Bald können keine Patienten – ob mit Covid oder Herzinfarkt – mehr aufgenommen werden.  Eine Entspannung ist nicht in Sicht. Wie geht man damit um? Ich persönlich denke, eine Reduzierung der Kontakte in allen möglichen Bereichen ist tatsächlich erforderlich. Auch Geimpfte können infiziert werden und das Virus weitergeben. Auf der völlig sicheren Seite ist auch mit 2 G niemand. Mehr Sicherheit herstellen mit Impfen, Boostern und Testen ist das Gebot. Schnelle Erfolge bringt dies aber nicht, so dass die Kontaktreduzierung in der ernsten Lage das beste Instrument ist.

Man kann bedauern, dass es wieder die Kultur zuerst trifft und sie der Politik in der Krise am meisten verzichtbar erscheint. Dem ist ja gewiss nicht so. Gerade wir Theaterfreunde setzen uns beständig dafür ein, die kulturelle Bildung besonders an die Jugend heran zu tragen und den Menschen jedes Alters mit kulturellen Erlebnissen neue Horizonte zu öffnen und Freude zu bringen. Man kann sich also nur wünschen, dass die Theater und Konzerthäuser bald wieder öffnen! Zugleich muss ich zur Kenntnis nehmen, dass die Impfrate unter den Künstlern und Mitarbeitern z.B. an der Semperoper gering ist, Vorstellungen wegen Infektionen abgesagt werden mussten und das Haus – wie auch das Staatsschauspiel – schon vorzeitig selbst schlossen (siehe SZ vom 23.11.21). Wie soll man das werten? Ich denke so: Kulturbetriebe sind ein Teil der Gesellschaft und spiegeln alle Facetten wider, ebenso wie die Polizei, die Ämter, die Unternehmen… Wir alle müssen die Last der Pandemie tragen und durch Handeln zu ihrer Bekämpfung beitragen. Niemand ist nur ein „Opfer“ der politischen Maßnahmen, sondern zugleich auch ein Mitverursacher. So muss jeder an seinem Platz, ob im Beruf, in der Familie, im Freundeskreis und in der Freizeit für die Eindämmung der Corona-Pandemie sorgen. Sonst gehen wir auch im nächsten Jahr – nach einem hoffentlich schönen Sommer – wieder in einer neuen Welle unter!

Das meint Ihre

Prof. Dr. Bärbel Fliegel

“Deja-vu“?

Liebe Theaterfreunde,

vor Kurzem habe ich über den erfolgreichen Start des Gerhart-Hauptmann-Theaters in die Spielzeit berichtet und zum Besuch unseres Theaters an beiden Standorten ermuntert. Und nun hat uns Corona wieder fest im Griff. Erleben wir ein “Deja-vu“?
Ein geschlossenes Theater gibt es derzeit nicht. Entsprechend der epidemischen Lage hat die Landesregierung u.a. für die Kulturstätten die sogenannte 2-G – Regel verfügt. Geimpfte und Genesene können also mit ihren Nachweisen Zutritt finden und Kultur weiterhin genießen. Die anderen müssen draußen bleiben und werden für freie Plätze sorgen. So richtig entspannt genießen kann es mancher Geimpfter aber auch nicht, da eine Ansteckung trotzdem möglich ist. Vorsicht bleibt also angesagt. Das Tragen der Maske kann auch am Platz erfolgen, wie das Theater auf der Web-Seite mitteilt. Fakt ist, dass nun wohl einige bereits gekaufte Karten wieder zurückgegeben werden. Die Reihen im Theater werden sich lichten und die Einnahmen sinken.
Zuletzt sind auch wegen Krankheitsfällen im Ensemble Vorstellungen in Görlitz ausgefallen und zudem kam die Absage der Premiere und aller Vorstellungen von „Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny“. Sehr schade und kein gutes Signal. Ganz abgeschrieben ist die Inszenierung noch nicht, vielleicht gibt es später eine Chance…
Dennoch gibt es ein volles Programm für November und Dezember in beiden Häusern. Starke Herausforderungen stehen vor den Akteuren des Weihnachtsmärchens, das wieder fast 40-mal gespielt werden wird. Die Premiere von „Dornröschen“ war sehr erfolgreich. Patricia Hachtel sprang für die erkrankte Sabine Krug als Fee ein und rettete die Vorstellung. Nun heißt es für die Akteure durchzuhalten und vielen kleinen und großen Zuschauern bis zum 29. Dezember Freude bringen!

Am kommenden Wochenende hat die Tragikomödie „Offene Zweierbeziehung“ 2 Premieren im kleinen Studiotheater.
In knapp 2 Wochen beginnt schon die Adventzeit. Das Jahresende ist nicht mehr weit.

Für den Verein heißt es schon wieder zurück zu blicken auf ein schwieriges Jahr mit Höhen und Tiefen und voraus zu schauen auf das Jahr 2022, Pläne zu machen – bei aller Ungewissheit.

Davon berichte ich Ihnen später. Bleiben Sie gesund und genießen Sie mit Vorsicht das kulturelle Angebot des GHT.

Prof. Dr. Bärbel Fliegel
Vorsitzende

Und demnächst wieder einmal ins Theater

Liebe Theaterfreunde,

nun ist der Spielbetrieb im Gerhart-Hauptmann-Theater in vollem Gange. Etwas Hektik aber auch Aufbruchsstimmung aller Beteiligten ist in der Anfangsphase zu verspüren. Die ersten Premieren sind erfolgreich verlaufen und auch der Konzertbetrieb läuft planmäßig. Die Operette „Der liebe Augustin“ findet in Görlitz viel Anklang beim Publikum. Da sollte man nicht zu viel Wert auf die etwas durchwachsene Kritik von J. D. Schubert in der Sächsischen Zeitung legen. Selbst ansehen und urteilen ist angesagt. Der Geschmack und die Ansprüche sind verschieden und einem entspannten Abend steht in jedem Fall nichts im Wege. Die Inszenierung kommt noch ein paar Mal – auch am Silvestertag – in Görlitz auf die Bühne und steht im März im Zittauer Spielplan. Freuen wir uns drauf!  
Um beim Musikalischen zu bleiben: Am 13. November wird die Oper „Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny“ von Kurt Weill und Berthold Brecht endlich Premiere haben. Die letzte Inszenierung des ehemaligen Intendanten Klaus Arauner wird vier Mal aufgeführt und nicht nach Zittau kommen. Für Fans dieses immer noch aktuellen Werkes lohnt sich dann der Weg nach Görlitz bestimmt.

In Zittau hatte am letzten Wochenende „Slapstick“ Premiere. Im Publikum fanden sich neben den Zittauer Premierenabonnenten auch der Autor Wieland Schwanebeck und viele Angehörige und Freunde des Autors, des Regisseurs und des Bühnenbildners. Die Leitungsriege des Theaters aus Görlitz und Zittau war anwesend, so dass ich die neue Verbundenheit des Gerhart-Hauptmann-Theaters spüren konnte. Das Stück über die Begegnung von Charlie Chaplin und Orson Welles und die Hintergründe zur Entstehung des Films „Monsieur Verdoux“ nimmt nach einigen Längen im ersten Teil nach der Pause Fahrt auf und wird unter der Regie des neuen Schauspieldirektors Ingo Putz dann auch dem Titel gerecht. Die vier Schauspieler werden vom umfänglichen Text und den Einlagen gefordert. Neben Tilo Werner, Philipp Scholz und Martha Pohla spielt der Gast Gen Seto den japanischen Diener von Chaplin. Am 5. November können neben dem Film über den Pariser Frauenmörder auch andere berühmte Filme der Protagonisten im Kronenkino in einer langen Kinonacht gesehen werden. Wir laden die Theaterfreunde herzlich ein, den Termin als „Stammtisch extra“ wahrzunehmen und so das Theaterstück cineastisch zu ergänzen.

Einige Tage zuvor hatte die Theaterserie „Selfies einer Utopie“ von Nicola Bremer unter seiner Leitung in Zittau Premiere. Die Spieler Sabine Krug, Paul-Antoine Nörpel und David Thomas Pawlak standen vor der Herausforderung, einen unbekannten Text zu lesen und nach Anweisungen des Autors, die er auf großen Pappen hochhielt, zu gestalten und schnell zu reagieren. Das führte zu äußerst komischen Situationen und die Akteure konnten ihrem Affen Zucker geben. Mal kräftig, mal weinerlich, dann wieder ängstlich, divenhaft oder gar singend wurden die Worte an die Zuschauer gebracht. Dabei nimmt der Text auch aktuell-politische und lokale Vorgänge auf und stellt ernste Fragen, die aber durch die Komik des Spiels gebrochen werden. Die Aufführung tags darauf in Görlitz war mit anderen Spielern (Maria Weber, Marc Schützenhofer und Fabian Quast) ebenso sehenswert. Jeder Abend ist ein Unikat und so nicht wiederholbar. Ein sehr gelungener Versuch der Theatergestaltung, der auch das zahlreiche junge Publikum sichtlich ansprach. Im Januar und im März gibt es wieder einen Teil. Vielleicht sind Sie dabei?

Nun steht einem Besuch zu den Vorstellungen in Zittau und Görlitz fast nichts mehr im Wege. Es beginnt der Vorverkauf für Dezember und Januar. Leider ist der Spielplan auf der Web-Seite des GHT für Dezember noch nicht vollständig. Er wird hoffentlich bald fertig und sichtbar sein. Natürlich ist die Pandemie nicht vorbei, die 3-G-Regel ist festgelegt sowie Maskenpflicht bis an den Platz. Die Säle sind wieder normal mit Sitzreihen hergerichtet, aber noch können nicht alle Plätze besetzt werden.

Ihre Dr. Bärbel Fliegel

Jahresversammlung 2021

Am Mittwoch, dem 22. September hielt der Verein „Freunde des Zittauer Theaters“ seine Jahresversammlung im Foyer des GHT ab. Nach der Rechenschaftslegung für das von Corona geprägte Jahr 2020, steckte der Verein die Ziele und Aufgaben für die Spielzeit 2021-22 ab. In Anwesenheit des Intendanten Dr. Morgenroth beschlossen die Theaterfreunde über die Förderung einer Inszenierung in Höhe von 2000 Euro. Traditionell richtet der Verein sein Augenmerk auf die Förderung der Kinder- und Jugendarbeit und freut sich hierzu auf die Zusammenarbeit mit der neuen Theaterpädagogin Frau Lisa Karich, die auch anwesend war. Ganz aktuell konnte nun endlich ein Fortschritt für ein lang gewünschtes Vorhaben – dem Bau eines Geländers an der Freitreppe – verkündet werden.

Im Anschluss holte der Verein mit einigen geladenen Gästen noch eine kleine Feierstunde zum 30. Jubiläum der Vereinsgründung nach. Erinnert wurde an die schwierige Zeit des Zittauer Theaters, die zur Gründung des Fördervereins Ende September 1990 führte und an die Personen, die dem Verein sein Gesicht gaben. Auch in späteren Jahren gab es immer wieder komplizierte Situationen für den Bestand des Zittauer Hauses und des gesamten GHT. Immer fanden sich Menschen, die sich dafür einsetzten, das Theater als Stätte der kulturellen Bildung und niveauvoller Unterhaltung zu erhalten und zu fördern.

Der Verein sagte den Aktivisten der ersten Stunde und der späteren Jahre Dank. Für 30-jährige Mitgliedschaft konnten z.B. Klaus Zimmermann, Jürgen Kloß, Herr und Frau Jehmlich geehrt werden. Weitere Mitglieder erhielten die Urkunden für 10-jährige Mitgliedschaft. Gedankt wurde auch den Vertretern der Politik von Stadt, Landkreis und Freistaat für ihren Einsatz für das Theater – verbunden mit der Erwartung, dies auch in Zukunft zu tun. Sowohl Dr. Stephan Meyer, als auch der Oberbürgermeister Thomas Zenker – beide übrigens Vereinsmitglieder – versprachen im Rahmen ihrer Möglichkeiten, dafür zu wirken. Der Aufsichtsratsvorsitzende der Gerhart-Hauptmann-Theater-Görlitz–Zittau GmbH Thomas Gampe versprach, dafür zu sorgen, dass in Zittau ein produzierendes Ensemble erhalten bleibt.  Insofern war die Veranstaltung eine gute Gelegenheit, die Zittauer Theaterfreunde, die neue Theaterleitung und Politikvertreter zusammen zu bringen und den Weg für die künftige Zusammenarbeit zu ebnen.

Intendant Dr.  Morgenroth wies auf die Notwendigkeit der weiteren angemessenen Finanzierung des GHT hin, für die sowohl der Freistaat Sachsen als auch der Kulturraum in die Pflicht genommen werden müssen. Hierzu wünscht er sich die maximale Unterstützung durch alle Förderer. Er brachte dem Verein auch Geschenke mit. Eine historische Ansichtskarte des Zittauer Theaters und einen Säbel, damit der Verein für seine Ziele und das Theater angemessen kämpfen kann.

Mit Gesprächen, Essen, kulturellen Beiträgen, der Vorstellung des vom Verein vor wenigen Monaten herausgegebenen Theaterbuchs und der Möglichkeit, in die Sammlung von Fotos und Programmheften zu schauen klang der Abend aus. Dann konnten auch die Schauspieler zu später Stunde in einer Probenpause zur Veranstaltung stoßen. Freuen wir uns nun auf eine schöne Spielzeiteröffnungsgala am kommenden Sonnabend.