Großer Wasserschaden im Görlitzer Theater

Liebe Theaterfreunde,

sicher haben Sie von dem Unglück gehört, welches das Görlitzer Theater am letzten Dienstag getroffen hat. Die Sprinkleranlage hat bei einer Probe ausgelöst und großen Schaden angerichtet. Wir Zittauer Theaterfreunde sind betroffen von dieser schlimmen Nachricht und machen uns Sorgen um das Gerhart-Hauptmann-Theater.  Noch sind die Folgen nicht alle absehbar, aber klar ist, dass das Theater im großen Saal in Görlitz lange Zeit nicht spielen kann. Das trifft nicht nur das Musiktheater, die Philharmonie und das Ballett, sondern hat auch Auswirkungen auf das Schauspiel, welches mit dem Märchen „Dornröschen“ und „Die Spanische Fliege“ dort eingeplant ist. Das gesamte Gerhart-Hauptmann-Theater ist bei der besonders schwierigen finanziellen Lage nun auch noch von diesem Desaster betroffen. Leider gibt es in den letzten Jahren einige dieser Fälle in Theatern und Bibliotheken. Es ist schon traurig, dass durch die Brandschutzanlagen mehr Schaden angerichtet wurde als durch Brände.

Sicher werden die – hoffentlich kommenden Versicherungsleistungen – nicht ausreichen. Die technischen Anlagen in Görlitz sind alt und können nicht einfach ersetzt oder repariert werden. Es ist wahrscheinlich eine Sanierung der Bühne und der Technik nötig, was man schon seit Jahren weiß.  Das alles kann sehr lange dauern.

Der Freistaat, die Stadt Görlitz und viele Unterstützer und Freunde des Theaters haben schon Hilfe in dieser Notlage zugesagt. Auch jeder Theaterfreund kann persönlich helfen, z.B. durch den Besuch der Vorstellungen in Zittau und den Interimsspielstätten oder auch durch eine Spende.

Das Theater hat ein Spendenkonto bei der SPK Oberlausitz Niederschlesien eingerichtet:
IBAN DE97 85050 100 3000 012906

Hier noch ein paar Informationen vom Vorstand:

  • Der verschobene Stammtisch ist für Montag, den 28.11. im Verein geplant. Anmeldungen sind erbeten. Es ist auch eine Gelegenheit, Erfahrungen zu teilen und Hinweise für das Theater aus Zuschauersicht zu geben. Es kann durchaus schon etwas weihnachtlich werden, eine große Weihnachtsfeier planen wir in diesem Jahr nicht.
  • Am 25.11. 19.00 Uhr ist die Generalprobe für „Die Straße der Besten“ geplant. Noch ist unklar, ob sie hausöffentlich sein wird. Interessenten melden sich bitte, sie werden dann kurz vorher benachrichtigt.
  • Vormerken: Am 13. Januar wird es eine öffentliche Probe zu „Michael Kohlhaas“ geben. Der Verein plant diese als erste Veranstaltung 2023 ein. Regie führt Ingo Putz.

Im Zittauer Theater sind am ersten Weihnachtstag nun zwei Ballettgastspiele geplant, nachdem dort lange eine Leerstelle war. 14.00 Uhr gibt es den „Nussknacker“ und 18.00 Uhr „Schwanensee“. Es sind noch viele Karten verfügbar.

Von Interesse können auch die kleinen Veranstaltungen sein, wie die Lesung von Michael Becker aus den Tagebüchern von Erwin Strittmatter am 8.12.  Nicht für jedermann ist sicher das Horrorstück „Madhouse“ gespielt von Mitgliedern des TheaterJugendClubs am 1. Dezember. Für Unerschrockene und Kälteresistente gibt es die schaurige Lesung im Freien mit Glühwein am 23. Dezember. Oder Sie kommen zur offenen Bühne am 15.12…

Ich wünsche Ihnen eine schöne Adventzeit – mit viel Zeit für Kultur und Theater!

Prof. Dr. Bärbel Fliegel

Gedanken zum Spielzeit-Ende

Liebe Theaterfreunde,

mitten in der großen Sommerhitze zeichnet sich nun das Saisonende für die Spielzeit 2021/22 des GHT ab. Noch gibt es bis Ende Juli ein paar Vorstellungen des vielfältigen Sommertheaters in Görlitz zu sehen. Das Zittauer Ensemble spielt noch bis 14. August, dann kommt auch für die hiesigen Theaterleute der verdiente Sommerurlaub. Nutzen Sie bis dahin die Möglichkeiten, die beide Standorte des GHT bieten! Am Freitag spielt die Philharmonie am Hainewalder Schloss. Sie ist ja derzeit an vielen Orten im Kreis unterwegs, um neues Publikum zu gewinnen und die Kultur aufs Land zu tragen.

Leider fielen einige Vorstellungen von „Fräulein Julie“ im Klosterhof aus und wurden z.T. durch Gastspiele ersetzt. Im August gibt es aber noch ein paar Vorstellungen.
Die von mir besuchte Vorstellung „Der Graf von Monte Christo“ am Sonntagnachmittag auf der Jonsdorfer Waldbühne war – trotz Hitze – ausverkauft. Die eigentlich düstere Geschichte um Edmond Dant`es ist von Ingo Putz als ein Sommer-Theater-Spektakel für die ganze Familie ordentlich aufgepeppt worden. Das schadet hier m. E. nicht, die Spielfreude aller Beteiligten und der Wortwitz wurden vom Publikum mit viel Beifall honoriert. Publikumsliebling ist die von Markus Weikert gespielte, von I. Putz erdachte Figur des Erfinders, der faktisch das Publikum durch die Geschichte führt und mit immer wieder neuen phantastischen, mehr oder weniger funktionierenden Geräten überrascht. Da ist viel Phantasie im Spiel. Überhaupt wird für das Auge viel geboten, Bühnenbild, Kostüme, Ausstattung lassen nichts zu wünschen übrig. Die Kämpfe sind gut einstudiert, die Reiteinlagen sind ordentlich und nicht zuletzt funktioniert die Pyrotechnik auf den Punkt! Und die Pferde sind natürlich wieder die Stars. Bemerkenswert ist, wie sich die jungen Mitglieder des TheaterJugendClubs als Statisten auch mit Wort, Gesang und sportlichen Einlagen präsentieren. Sie sind faktisch Teil des Teams. Da zahlt sich ihre z.T. über Jahre gesammelte Erfahrung aus. Viele Talente schlummern da. Übrigens hat Luisa Binsch einen Biber-Comic gezeichnet hat, der v.a. den Kindern die etwas komplizierten Verwicklungen des Stücks offenlegt. Das gefällt mir auch als Oma.

Es ist sehr zu würdigen, dass bei der extrem dünnen personellen Besetzung des Zittauer Theaters sowohl im künstlerischen, als auch im handwerklichen und im technischen Bereich so eine tolle Gesamtleistung entsteht. Das ist nicht selbstverständlich, sondern erfordert sehr hohen Einsatz aller Beteiligten, eine gute Abstimmung und Logistik. Diesen Umstand sollten wir uns immer wieder vor Augen führen, wenn man die Leistung mit anderen, größeren Theatern vergleicht. So ist das große Sommertheater m.E. ein würdiger Abschluss der ersten Saison unter der neuen Theaterleitung.

Wie fällt Ihre Bilanz aus? Ich sehe viele gute Ansätze und Ideen, viel Engagement, schöne Inszenierungen und auch experimentelles Theater in kleiner Form. Sehr engagiert ist die Arbeit für und mit den Kindern und der Jugend. Leider war es unter den gegebenen Umständen nicht so leicht, das Publikum wieder für die Vorstellungen im Haus zu gewinnen. Die Pandemie und die Krise wird das auch in der kommenden Spielzeit nicht leichter machen. Wir Theaterfreunde sollten unsere Bekannten und Freunde immer wieder aufmerksam machen, welchen Schatz wir mit dem Theater haben! Darum gilt es, uns weiter dafür einzusetzen, dass unser Theater auch in den nächsten Jahren produziert und künstlerische Angebote an alle machen kann. Seien Sie neugierig auf die nächste Spielzeit, auch wenn Sie vielleicht das Motto und die optische Darstellung irritiert. Wichtig ist, was geboten wird und wie die Menschen dabei „mitgenommen“ werden. Theater ist mitten im gesellschaftlichen Leben und damit auch nicht immer nur leicht. Ich bin sicher, es wird viel zum Sehen, zum Denken, zum Diskutieren, zum Genießen und auch zum Lachen geben.

Wir sehen uns in unserem Theater!

Ihre Prof. Dr. Bärbel Fliegel

Gelungene Veranstaltung

Liebe Theaterfreunde,

entgegen der Volksweisheit „Es hat nicht jeder Abgrund ein Geländer“ kann die Freitreppe vor dem Gerhart-Hauptmann-Theaters in Zittau nun endlich eines vorweisen. Am 1. Juni 2022 haben wir Theaterfreunde es mit der Theaterleitung offiziell eingeweiht. Unter dem Beifall von mehr als 30 Theaterfreunden, Angehörigen des Theaters und Gästen schnitten die Vorsitzende der „Freunde des Zittauer Theaters e.V.“ Prof. Dr. Bärbel Fliegel und der Intendant des GHT Dr. Daniel Morgenroth das Absperrband durch und gaben das Bauwerk symbolisch zur Nutzung frei.  Damit konnte der lang geäußerte Wunsch vieler Theatergänger erfüllt werden. Der Zugang zu den Veranstaltungen unseres Theaters wird für alle – nicht nur die älteren und gehbehinderten – Zuschauer leichter.

Das Werk, welches aus zwei Teilen besteht, ist funktional, ästhetisch und stabil. Dafür sorgte „Die Hamann-Schmiede“ aus Mittelherwigsdorf und Oderwitz. Der Verein bedankte sich herzlich dafür bei dem anwesenden Vertreter und erhielt seinerseits eine Spende der Firma. Vielen Dank dafür!

In ihren Worten verwies die Vorsitzende auf den langjährigen Einsatz des Vereins für das Projekt, dankte den Spendern und den Protagonisten für die Hartnäckigkeit, die letztlich – nach einigen Schwierigkeiten – zum Erfolg führte. Die Theaterfreunde geben knapp 3000 Euro für den Geländerbau aus. Dr. Morgenroth dankte dem Verein für das Engagement. Bei einem Glas Sekt oder Saft und strahlendem Sonnenschein stießen die Anwesenden auf das Ergebnis an und konnten ihre Erfahrungen austauschen.

Der Verein würdigte auch den Schauspieler Paul-Antoine Nörpel, der kürzlich von der Jury des Sächsischen Theatertreffens am Theater Plauen- Zwickau den Förderpreis für seine Rollen in dem Stück „Sieh mich an, wenn ich mit Dir rede“ zugesprochen bekam. Als Dank erhielt er ein Theaterbuch „Vorhang Auf“. Wir freuen uns darauf, ihn auch in der nächsten Spielzeit in schönen Rollen am Theater zu erleben.

Im Anschluss konnten wir Theaterfreunde uns wieder einmal zu einem Stammtisch in der Theaterkantine zusammenfinden. Schauspieldirektor Ingo Putz stellte die Projekte des Schauspiels in der nächsten Spielzeit vor. Unter dem Motto „Deutschland, Deutschland!“ werden von allen Sparten des GHT v.a. Werke deutscher Autoren umgesetzt und vielfältige mit Deutschland verbundene Themen aus Vergangenheit und Gegenwart aufgegriffen. Das Theater will damit die komplexen Fragen des Lebens in Deutschland und in der Region hinterfragen und damit die Zuschauer anregen, den Blick auf die Zukunft zu richten und mitzudiskutieren. Dabei wird auch auf Experimente gesetzt. „Faust“ z.B. soll in einer reduzierten, auf die Kernaussagen fokussierten Fassung als ein Monolog inszeniert werden. Die erste Inszenierung im Herbst wird „Der Biberpelz“ von Gerhart Hauptmann sein. Im Januar gibt es „Michael Kohlhaas“ von H. v. Kleist. Im März wird ein Gegenwartsstück als Auftragswerk in Zittau uraufgeführt. Interessant ist auch das Projekt unter dem Arbeitstitel „Das Grenzlandtheater“ – eine spartenübergreifende szenische Installation des Schauspiels mit der Tanzcompanie, welche die Idee vom Theater unter den Nationalsozialisten in der Entstehungszeit unseres Theaterhauses hinterfragen wird und zugleich den Zuschauern auf einen Parcours auf, hinter und unter die Bühne führt. Die Gemeinschaftsproduktion des TheaterJugenClubs mit dem Schauspielensemble wird 2023 eine Romanadaption „Düsterbusch City Lights“ an einen authentischen Ort, dem Alten Güterbahnhof Zittau bringen. Das wird sicher ein Highlight für die Jugend. Für die ganze Familie gibt es im Sommertheater „Max und Moritz“ im Klosterhof und „Blutsbrüder“ auf der Waldbühne.

Vom Musiktheater können wir uns auf die „Zauberflöte“ von Mozart freuen. Neugierig sind wir aber auch auf eine „Ausgrabung“: die romantisch-komische Oper „Rübezahl“ von Friedrich von Flotow, die erstmals nach knapp 170 Jahren in der aufwändig rekonstruierten Ursprungsfassung in Görlitz erklingen wird. Das Tanztheater bringt das Familien-Tanzstück „Momo“ nach Michael Ende auch nach Zittau und das Konzertprogramm verspricht anspruchsvoll, interessant und auch unterhaltsam zu sein.  Im Sommer 2023 wird die Philharmonie in kleinen Formen wieder viele besondere Orte im Kreis bespielen und als Höhepunkte erklingen drei philharmonische Seekonzerte am Olbersdorfer See, Bärwalder See und am Berzdorfer See.

Ich meine: Es ist ein herausforderndes und schönes Programm, das die Sparten gemeinsam mit der Theaterleitung für die nächste Spielzeit erarbeitet haben. Es war und ist die Rolle des Theaters, die Gesellschaft zu spiegeln, zur Auseinandersetzung anzuregen und natürlich niveauvoll zu unterhalten. So ist für jeden etwas dabei und der Humor soll auch nicht zu kurz kommen.

Die Spielzeithefte liegen an den Theaterkassen bereit oder haben Sie als Abonnent schon erhalten. Suchen Sie sich etwas aus! Der freie Vorverkauf startet am 14. Juni (für Abonnenten bereits am 7. Juni).

Noch ein Hinweis von I. Putz: Die Pandemie und die Krisen hinterlassen immer noch Spuren. Das Theater braucht mehr Zuschauer! Werben Sie Ihre Verwandten und Bekannten, verschenken Sie Theaterkarten und Gutscheine und kommen Sie auch selbst einmal mehr in unser Theater. Auch die kleinen Zusatzangebote, die Lesungen, Zwischenspiele, Diskussionsrunden sind interessant.
Am 12. Juni z.B. gibt es eine Autorenlesung „Dante und die Liebe seines Lebens“ mit Dr. Klaus Engert.

Mit herzlichen Grüßen

Prof. Dr. Bärbel Fliegel

Zum WELTTHEATERTAG 2022

Die „Freunde des Zittauer Theaters e.V.“ übermitteln den Künstlern und Mitarbeitern des Gerhart- Hauptmann-Theaters herzliche Grüße zum diesjährigen Welttheatertag!

Der Verein bedankt sich herzlich bei Ihnen allen, die Sie mit tollen Leistungen und viel Engagement dem Publikum schöne und interes-sante Theatererlebnisse ermöglichen. Nach den langen Schließungen und den Einschränkungen durch die Corona-Pandemie ist nun wieder der Zugang Aller zu den kulturellen Angeboten möglich, aber eine Normalität ist immer noch nicht in Sicht. Zu den bekannten Krisen kommt nun der unsägliche Krieg in der Ukraine, der die Menschen belastet und noch ungeahnte Auswirkungen auf viele Bereiche unseres Lebens haben wird.

Peter Sellars spiegelt in der diesjährigen zentralen Botschaft in bildhafter Sprache die verstörende Realität des Lebens und fordert neue Rituale des Theaters. Wir Theaterfreunde sind überzeugt, dass in diesen Zeiten die Kultur – zuvörderst die Theater – den Menschen helfen können, die Gedanken zu ordnen, Mut zu schöpfen, Gräben zu überwinden und auch den nötigen Abstand von den drängenden Problemen zu finden.

Prof. Dr. Bärbel Fliegel

Im Namen des Vorstands

JOS- Festival 2022

Das JOS- Festival ist zurück! Nach der digitalen Variante im Klosterhof im vergangenen Jahr fand das 10. Festival wieder in Präsenz mit internationalen Gästen aus Polen und Tschechien statt. Trotz der Coronaeinschränkungen lief es gut und wurde ansprechend besucht. Die langjährigen Enthusiasten wissen bereits, was sie am Festival haben, die anderen sollten realisieren, dass man etwas verpasst. Was ich in diesem Jahr erleben konnte, war absolut sehenswert und Theaterspiel vom Feinsten. Gespielt wurde hinter dem Vorhang, was dem Zuschauer eine Nähe zum Geschehen verschafft. Die Übertitel ermöglichen das Verfolgen des Geschehens, der Genuss des Spiels in der Originalsprache bleibt erhalten. Stückeinführungen bzw. Nachgespräche lassen Akteure und Publikum ins Gespräch kommen.

Zu Tränen rührte das Familiendrama „Dinge, die ich sicher weiß“ – eine Koproduktion der Theater aus Jelenia Gora und Zielonia Gora zur Eröffnung am Mittwoch.  Interessantes experimentelles Theater bot das Theater aus Usti nad Labem mit einer Adaption des Romans „Der Steppenwolf“ von Hermann Hesse. Das GHT brachte den Monolog „Name Sophie Scholl“ am Freitag Vormittag.

Wunderbar ist, dass der TheaterJugendClub unter der Leitung von Patricia Hachtel wieder mit einer polnischen Gruppe in Kooperation ein Stück gestalten kann. Die Werkstattpremiere zu „Wolf Gäng – sei (k)ein Schaf“ am Samstag zeigte, dass das Publikum – und zwar nicht nur das jugendliche – sich auf die Premiere am 23. April freuen kann. Die Festivalausgabe 2022 hatte besonders viele Angebote für Kinder und Jugendliche, die neugierig auf Theater machen und Lust am selbst tun erzeugen. Ergänzt wurde alles mit Konzert und Party.

Fazit: Wer spannende, unkonventionelle Theaterabende liebt – sollte das JOS-Festival nicht verpassen. Im nächsten Jahr gibt es bestimmt wieder eine Chance!

Dr. B. Fliegel

2.000 Euro für das Sommertheater auf der Waldbühne Jonsdorf

Die Mitglieder des Vereins „Freunde des Zittauer Theaters e.V.“ fördern das geplante Sommertheater auf der Jonsdorfer Waldbühne mit 2.000 Euro. Vereinsschatzmeister Jens Hentschel-Thöricht hat den Betrag in diesen Tagen an das Theater überwiesen. „Mit der Summe soll der Neustart nach der langen und schmerzlichen Schließung des Theaters und den damit verbundenen Herausforderungen unterstützt werden“, so die Vorsitzende des Vereins Professor Bärbel Fliegel.

Das diesjährige Sommertheater wird mit der Aufführung des Stückes „Der Graf von Monte Christo“ begeistern. Die Waldbühne Jonsdorf wird zum Ort der berühmtesten Rache der Abenteuerliteratur: Voller Hass und Leidenschaft macht sich Edmond Dantès als geheimnisvoller Graf von Monte Christo auf den Weg, um nach 14 Jahren Kerkerhaft und Jahren der gewissenhaften Vorbereitung Vergeltung an all jenen zu üben, die seine Karriere und sein Leben zerstört haben. Freuen Sie sich darauf und besuchen Sie dieses sehenswerte Stück.

Wer das Theater am Zittauer Standort und die Arbeit der „Freunde des Zittauer Theaters“ unterstützen möchte, ist herzlich dazu eingeladen. Beispielsweise in Form einer Mitgliedschaft im Verein. Weitere Informationen finden Sie unter www.theaterfreunde-zittau.de

Es ist Krieg – und dennoch wieder einmal ins Theater?!

Liebe Theaterfreunde,

Sie sehen mich frustriert und geängstigt vom Krieg Putins gegen die Ukraine. Ich jedenfalls habe diese Entwicklung so nicht vorhergesehen und auf den Erfolg der Diplomatie in der letzten Minute gehofft. Nun gibt es viel Leid, die Flüchtlinge – Frauen und Kinder aus der Ukraine – erreichen Polen und auch schon Deutschland. Große Unsicherheit herrscht über das Ausmaß und die Auswirkungen, die dieser Konflikt auf uns alle haben wird. Kann man in dieser Zeit an Theater und Kultur denken? Darf man Aufführungen genießen und herzlich lachen? Letztlich muss es jeder selbst entscheiden. Wir haben unsere Karten in den letzten Tagen nicht verfallen lassen und drei sehr unterschiedliche schöne Theatererlebnisse gehabt. Wir haben diese Welt und die Probleme zeitweise vergessen, aber auch am Rande der Veranstaltungen mit Freunden und Theaterleuten über die aktuelle Situation diskutiert.

Einige Theaterenthusiasten trafen sich am 24. Februar zur Lesung von Michael Becker. Begonnen hat er die Veranstaltung angesichts der heutigen Lage bewusst mit Auszügen aus dem Stück „Dantons Tod“, das unser Schauspieldirektor Ingo Putz vor ca. 15 Jahren in Cottbus mit ihm in der Hauptrolle inszenierte. Es ist frappierend, wie aktuell Georg Büchners Worte, die er Danton und Robepierre in den Mund legte, gerade heute sind.  Die Erinnerungen an seine Kindheit, sein Schauspielerleben und vor allem an seine Anfangszeit von 1976-1979 am GHT waren mit Anekdoten und Pointen gespickt. Und für die Älteren wurde manche Erinnerung an legendäre Intendanten, Schauspieler und Mitarbeiter des Hauses geweckt. Der Verein schenkte ihm im Anschluss das Theaterbuch, in dem er auch verankert ist. Und auch M. Becker hatte seine letzte Broschüre mit Anekdoten als Geschenke bereit. Lange haben wir noch beisammengesessen. Das sind schöne Stunden, die Theaterfreunde erleben können. Eine Wiederkehr von Michael Becker mit anderen Projekten gemeinsam mit I. Putz ist nicht ausgeschlossen.  

Am Freitag startete ein neues Projekt im Foyer: „Über den Tellerrand“. Südamerika war die erste Station einer kulinarischen Weltreise. Der Olbersdorfer Koch Torsten Eckelt war einige Jahre in Ecuador tätig und zeigte dem Publikum die Zubereitung verschiedener Speisen der südamerikanischen Küche, die es als 4-gängiges Menü umgehend serviert bekam. Ingo Putz agierte als Hilfskoch und Moderator und konnte seine im Biologie-Studium erworbenen Kenntnisse zu Pflanzen und Gewürzen einbringen. Ein kolumbianischer DJ untermalte die Show mit entsprechender Musik. Ein unterhaltsamer und vor allem sehr schmackhafter Abend, dem nach Möglichkeit weitere mit anderen Zielen und Akteuren folgen sollen.

Am Samstag folgte dann die Premiere des Schwanks „Die spanische Fliege“. Ehrlich gesagt, ganz zeitgemäß ist das über 100 Jahre alte Stück nicht, aber es ist so eine herrliche Klamotte! Man kann sich wirklich köstlich unbeschwert amüsieren. Und das vor allem auch, weil eine eigenwillige Spielweise gefunden wurde und alle 10 Darsteller ihr Bestes geben. Es gibt kaum Requisiten, sondern das pure Spiel und die Mimik der Akteure, die ihre Figur individuell charakterisieren. Wirklich genial agiert Patricia Hachtel in der männlichen Hauptrolle des Mostrichfabrikanten Ludwig Klinke. Ein Hingucker sind die passenden Kostüme und Masken. Das Bühnenbild öffnet für jeden Auftritt eine neue Bühne auf der Bühne, unterstreicht, dass hier jeder jedem etwas vorspielt. Auf jeden Fall hatten die Werkstätten, der Malsaal, die Kostümabteilung und die Maske wieder viel zu tun. Es ist die Gelegenheit das gesamte kleine Ensemble und eine Gastspielerin zu erleben. Sie sollten das nicht verpassen!   

Noch ein aktueller Tipp: Am 3. März 19.30 Uhr wird sich der Schauspieler Paul- Antoine Nörpel in einem Zwischenspiel „An einen Künftigen“ dem oberlausitzer Dichter Franz Hackel annähern, der 1962 in Lückendorf starb. Sein Leben als Dichter, Soldat im I. Weltkrieg, Kommunist, Sachse, Oberlausitzer, Tschechischer Staatsbürger, Schriftsteller, Anarchosyndikalist und KZ- Häftling bietet ihm und den Zuschauern den Stoff zum Nachdenken. Aus aktuellem Anlass ist auf der Web-Seite des GHT sein Gedicht „Aufruf zum Frieden“ eingestellt.

Freuen können Sie sich auch auf die Operette „Der liebe Augustin“, die nun in Zittau ab 12. März mehrfach gespielt wird.

Und da ist dann noch das JOS-Festival! Vom 16. – 20. März 2022 gastieren wieder Schauspielensembles von mehreren Partnertheatern Polens und Tschechiens mit ihren Inszenierungen. Es sind zumeist anspruchsvolle Themen und Dramen. Einige sind auf die Jugend zugeschnitten und werden vormittags mit Workshops für Schulen eingeführt. So das Stück „Malala. Das Mädchen mit der Kugel im Kopf“ (Puppenspiel, Jelenia Gora) und „Name Sophie Scholl“ (Zittau). Wir planen, dieses Stück mit einem Gespräch zu einem anderen Termin mit einem Stammtisch zu verbinden. Abends stehen z.B. zur Eröffnung am Mittwoch ein polnisches Familiendrama, am Donnerstag das Monodrama „Orten“ über die Tagebücher 1939-1941 des jungen jüdischen Dichters (Liberec) und am Freitag „Der Steppenwolf“ nach Hermann Hesse (Usti nad Labem) auf dem Plan. Am Samstag zeigt der TheaterJugendClub eine Werkschau zu seinem neuen Stück „Wolf Gäng – Sei (k)ein Schaf“. Es gibt wieder Simultanübersetzungen oder Übertitel. Umrahmt wird das Festival mit Workshops, Werkeinführungen, Musik und Party. Den ausführlichen Plan können Sie im Leporello und auf der Web-Seite nachlesen. Es gibt wieder den Festivalpass zu 20 Euro für den Eintritt zu allen Ereignissen. Vielleicht versuchen Sie es einmal?  

Prof. Dr. Bärbel Fliegel

Vorsitzende

Und nun wieder ins Theater!

Liebe Theaterfreunde,

wieder einmal ging der Spielbetrieb im Gerhart-Hauptmann-Theater nach einer erzwungenen Corona-Pause ab 15. Januar endlich wieder los. Stammpublikum wie Akteure haben auf den Moment gewartet und alle sind hoffnungsvoll, dass es diesmal nicht bald wieder eine Schließung gibt. Freilich ist die Gefahr bei der Omikron-Welle, die uns umgibt und immer näher rückt, wieder groß. Aber über 2 Monate Entzug sind genug und so sollte das Angebot wieder genutzt werden. Für mich jedenfalls steht in den ersten 2 Wochen 5-mal Theater auf dem Plan.

Am Sonntag war das Theaterfrühstück gut besucht und in der anschließenden Matinee wurde in einem launigen Gespräch der Dramaturgin Patricia Hachtel mit dem Regisseur Stefan Eberle Einblick in die Entstehung der Inszenierung „Die Laborantin“ gegeben, die am 22.01. Premiere feiern wird. Das aktuelle Stück der englischen Autorin Ella Road wurde kürzlich in Dresden und auch anderenorts inszeniert und ist für eine Verfilmung optioniert. Auch wenn Ihnen die Thematik um genetische Untersuchungen und die darauf basierende Einstufung der Menschen zu dystopisch erscheinen mag, kann man sich doch der Möglichkeit solcher Entwicklungen in einer nahen oder fernen Zukunft nicht entziehen. Bei manchem Besucher heute wurde Neugier geweckt, konnte man doch erfahren, wie das Team das Stück angeht, welche Überlegungen es für Bühnenbild, Kostüme und die Textstraffungen gab. So wurde sichtbar, wie ein Schöpfungsprozess am Theater im Zusammenspiel von Regisseur, Dramaturgie, Darstellern, Ausstatterin und der Gewerke vor sich geht. Interessant zu wissen, dass auch ein Regisseur von den fertigen Kostümen überrascht sein kann. Für Martha Pohla bringt das Stück eine interessante und anspruchsvolle Frauenrolle.

In Görlitz hatte das Tanzstück „Zerrinnerung“ erfolgreiche Premiere. Es wurde von den Fans sehr positiv kommentiert. Leider gibt es derzeit vom Musiktheater in Görlitz nur kleine Inszenierungen als Wiederaufnahmen zu sehen. Bleibt zu hoffen, dass das nächste Philharmonische Konzert im Februar planmäßig stattfinden kann. Nach dem Ausfall des Weihnachtskonzerts und dem interessanten, aber einmaligen Life-Stream des Neujahrskonzerts am 1. Januar wird es nun Zeit für originale Konzertatmosphäre! Mit dem Jungen Konzert ging es am Wochenende schon los. Am kommenden Sonntag folgt das Unterhaltungskonzert.

Ein besonderes Ereignis am GHT wird das Musical „Once“ sein, welches nach dem Ausfall im Dezember nun vom 25. -27. Januar in Zittau und danach bis 30.01. in Görlitz gespielt wird. In dieser Koproduktion mit den Hamburger Kammerspielen agiert ein multitalentiertes Ensemble mit Live-Band. Die 2. Karte gibt es zum halben Preis. Also, nehmen Sie noch jemanden mit ins Theater! 

Ich wünsche Ihnen viel Freude in unserem Theater – auch wenn noch nicht wieder alles normal läuft. Einlass gibt es nach den gesetzlichen Regelungen nur für Geimpfte und Genesene mit Test bzw. Auffrischungsimpfung. Das Hygienekonzept fordert außerdem die Maske bis zum Platz. Besetzt werden darf nur die Hälfte der Plätze.

Prof. Dr. Bärbel Fliegel

Vorsitzende

Zittauer Theaterfreunde spenden 1.000 Euro für „Theaterpädagogik trotz Corona“

Vor wenigen Tagen beschloss der Vorstand der Freunde des Zittauer Theaters  dem Theater unter dem Verwendungszweck „Theaterpädagogik trotz Corona“ eine Spende in Höhe von 1.000 Euro zu überweisen, so der Schatzmeister des Vereins Jens Hentschel-Thöricht.

Prof. Bärbel Fliegel, Vorsitzende des Vereins: Wir wollen mit dieser Zuwendung angesichts der Einnahmeausfälle z.B. des Weihnachtsmärchens durch die pandemiebedingte Schließung des GHT ein Zeichen setzen. Zugleich danken wir dem Team der Theaterpädagogik und dem Ensemble für ihren Einsatz in Gestalt der „märchenhaften“ Besuche in den Schulen. So konnte den Kindern noch vor Weihnachten eine Freude und Abwechslung bereitet werden. Gemeinsames kulturelles Erleben ist für Kinder und Jugendliche unverzichtbar. Danke für Ihren Einsatz und Ihre Ideen! Gleichzeitig bedanken wir uns bei allen Vereinsmitglieder und Spendern, die diese Unterstützung ermöglichen.

Lockdown für Kultur in Sachsen

Liebe Theaterfreunde,

ich muss mich revidieren. Vor wenigen Tagen äußerte ich noch meine Zuversicht, dass man mit „2G plus-Regeln“ die Theater und Kulturstätten offenhalten wird. Bei Einhaltung aller Regeln und entsprechender Vorsicht sollte unser Gerhart-Hauptmann-Theater die Advents- und Weihnachtszeit wieder mit dem Weihnachtskonzert, einem Märchen und anderen Highlights bereichern können. Doch am letzten Wochenende wurde klar: Die Sächsische Landesregierung hat unter Nutzung der Möglichkeiten des nur noch wenige Tage geltenden Infektionsschutzgesetzes die Reißleine gezogen und harte Maßnahmen in einer Corona-Notfallverordnung beschlossen. Die Schließung von Kultur-, Sport- und Beherbergungsbetrieben schon ab Montag hatte ich so nicht erwartet. Sachsen geht damit weiter als die Festlegungen in Bayern und anderen Bundesländern mit ähnlicher Lage. Die Regelungen gelten zunächst bis zum 12. Dezember. Die Theater und Museen schreiben das auf ihren Webseiten. Aber wird ab 13. 12. alles anders, werden die Kultureinrichtungen wieder öffnen dürfen? Die neuen gesetzlichen Regelungen des Bundes geben den Ländern und dem Bund weniger Möglichkeiten. Jedoch wird von vielen Landesvätern eine Überarbeitung des gerade beschlossenen Gesetzes schon gefordert und ist wohl absehbar. Alles offen also!

So groß die Sehnsucht einerseits nach den kulturellen Angeboten ist, so beängstigend ist aber auch die Situation in der 4. Welle der Corona-Pandemie – gerade in Sachsen. Die Infektionszahlen steigen weiter ungebremst, die Krankenhäuser sind am Limit. Bald können keine Patienten – ob mit Covid oder Herzinfarkt – mehr aufgenommen werden.  Eine Entspannung ist nicht in Sicht. Wie geht man damit um? Ich persönlich denke, eine Reduzierung der Kontakte in allen möglichen Bereichen ist tatsächlich erforderlich. Auch Geimpfte können infiziert werden und das Virus weitergeben. Auf der völlig sicheren Seite ist auch mit 2 G niemand. Mehr Sicherheit herstellen mit Impfen, Boostern und Testen ist das Gebot. Schnelle Erfolge bringt dies aber nicht, so dass die Kontaktreduzierung in der ernsten Lage das beste Instrument ist.

Man kann bedauern, dass es wieder die Kultur zuerst trifft und sie der Politik in der Krise am meisten verzichtbar erscheint. Dem ist ja gewiss nicht so. Gerade wir Theaterfreunde setzen uns beständig dafür ein, die kulturelle Bildung besonders an die Jugend heran zu tragen und den Menschen jedes Alters mit kulturellen Erlebnissen neue Horizonte zu öffnen und Freude zu bringen. Man kann sich also nur wünschen, dass die Theater und Konzerthäuser bald wieder öffnen! Zugleich muss ich zur Kenntnis nehmen, dass die Impfrate unter den Künstlern und Mitarbeitern z.B. an der Semperoper gering ist, Vorstellungen wegen Infektionen abgesagt werden mussten und das Haus – wie auch das Staatsschauspiel – schon vorzeitig selbst schlossen (siehe SZ vom 23.11.21). Wie soll man das werten? Ich denke so: Kulturbetriebe sind ein Teil der Gesellschaft und spiegeln alle Facetten wider, ebenso wie die Polizei, die Ämter, die Unternehmen… Wir alle müssen die Last der Pandemie tragen und durch Handeln zu ihrer Bekämpfung beitragen. Niemand ist nur ein „Opfer“ der politischen Maßnahmen, sondern zugleich auch ein Mitverursacher. So muss jeder an seinem Platz, ob im Beruf, in der Familie, im Freundeskreis und in der Freizeit für die Eindämmung der Corona-Pandemie sorgen. Sonst gehen wir auch im nächsten Jahr – nach einem hoffentlich schönen Sommer – wieder in einer neuen Welle unter!

Das meint Ihre

Prof. Dr. Bärbel Fliegel